SPD-Politiker haben den designierten Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier als Mutmacher und Versöhner gewürdigt. Steinmeier wird nach Ansicht von Justizminister Heiko Maas die gefährdete Demokratie entschlossen verteidigen. "Frank-Walter Steinmeier wird den simplen Parolen der Nationalisten und Populisten seine politische Vernunft und Besonnenheit entgegensetzen", sagte Maas. Steinmeier sei "ein Versöhner", dem die Menschen vertrauten.

Steinmeier sei mit all seiner Erfahrung, seiner Ruhe und Verlässlichkeit in schwierigen Zeiten wie diesen "ein Glücksfall für die Bundesrepublik", sagte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz in der Rheinischen Post. "Steinmeier wird als Präsident Brücken bauen und den Zusammenhalt stärken", sagte Schulz.

Auch die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig ist überzeugt, dass Steinmeier seine Rolle als Staatsoberhaupt hervorragend ausüben wird. "Er ist ein Mutmacher, der unser Land nach außen repräsentieren und mit starker Stimme vertreten und unsere Gesellschaft im Inneren zusammenhalten kann", sagte sie.

Familienministerin Schwesig hob die Rolle des scheidenden SPD-Chefs Sigmar Gabriel bei der Kandidatenkür hervor. Gabriel hatte Steinmeier früh als besten Kandidaten ausgerufen und die Union damit überrumpelt. "Steinmeier ist nach Joachim Gauck der zweite Bundespräsident in Folge, den Sigmar Gabriel als SPD-Chef durchgesetzt hat. Dafür ist ihm die gesamte SPD, ich glaube aber auch die ganze Nation dankbar."

Am Sonntag wählt die Bundesversammlung einen Nachfolger für Bundespräsident Joachim Gauck. Steinmeier als gemeinsamer Kandidat der Regierungskoalition kann auf eine übergroße Mehrheit bauen, denn die Parteien der großen Koalition, die ihn aufgestellt haben – CDU, CSU und SPD –, bringen es auf über 70 Prozent der Sitze.