Der UN-Sicherheitsrat hat den jüngsten Raketentest Nordkoreas verurteilt. Zugleich äußerte der Rat in einer Erklärung seine Besorgnis über das "zunehmend destabilisierende Verhalten" der Regierung in Pjöngjang. Am Mittwoch kommt das Gremium zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen.

Der Sicherheitsrat erklärte, seine Mitglieder würden die Situation beobachten und weitere bedeutende Maßnahmen ergreifen. Zuletzt waren die schon verhängten Sanktionen gegen Nordkorea verschärft worden.

Nordkorea hatte am Montag nach japanischen Angaben vier verbotene ballistische Raketen abgefeuert. Diese sollen rund 1.000 Kilometer weit geflogen und in das Japanische Meer gestürzt sein. Der Raketentest ist möglicherweise eine Antwort auf das jährliche gemeinsame Militärmanöver Südkoreas und der USA. Nordkorea sieht in diesen Übungen eine Vorbereitung auf einen Krieg auf der koreanischen Halbinsel und hat mit "starken Vergeltungsmaßnahmen" gedroht.

Zuletzt hatte Nordkorea im vergangenen Monat eine Rakete getestet. Dabei handelte es sich der Regierung in Pjöngjang zufolge um ein neues Geschoss mit mittlerer bis längerer Reichweite, das auch mit einem Atomsprengkopf bestückt werden könne. Bereits im vergangenen Jahr hatte Nordkorea mehr als zwanzig Raketentests und zwei Atomtests durchgeführt und damit gegen Resolutionen der Vereinten Nationen (UN) verstoßen.

China warnt vor Kollisionskurs

China warnte vor einem schweren Konflikt mit Nordkorea. Zur Lösung des Streits forderte Außenminister Wang Yi einerseits die USA und Südkorea auf, ihre Militärmanöver einzustellen, und appellierte andererseits an Nordkorea, ihre Atom- und Raketentests auszusetzen. Das werde helfen, "aus dem Sicherheitsdilemma herauszukommen" und wieder Gespräche aufzunehmen, sagte Wang Yi anlässlich der Tagung des Volkskongresses in Peking. Beide Seiten steuerten auf Kollisionskurs. Es sei Chinas Aufgabe, diesen zu bremsen. Wang Yi betonte, es handele sich vor allem um einen Konflikt zwischen Nordkorea und den USA. Aber als enger Nachbar spiele China eine "unentbehrliche Rolle", sagte der Außenminister. "Atomwaffen werden keine Sicherheit bringen."

Grünen-Chef Cem Özdemir warnte vor einem Rüstungswettlauf im pazifischen Raum. "Man muss sich um die Stabilität der gesamten pazifischen Region Sorgen machen", sagte er der Rheinischen Post. "Für den Konflikt in Nordkorea kann es keine militärische Lösung geben", betonte er. Fortschritte würden sich nur in enger Abstimmung mit den Chinesen erzielen lassen und nicht gegen sie. Er verwies darauf, dass der neue US-Präsident die Lage verkompliziere. Donald Trump sei leider für alle Partner unberechenbar. "Das ist Gift für die weltweite Sicherheitslage."