Die Bundesregierung hat vage auf Berichte über USA-Reisepläne von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagiert: "Wir dementieren das nicht", sagte Regierungssprecher Seibert auf Meldungen, wonach Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Besuch bei US-Präsident Donald Trump in den USA plant. Dies hatte zunächst die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf US-Regierungskreise gemeldet. Eine Sprecherin des Weißen Hauses bestätigte dies inzwischen. Zuvor hatten bereits Regierungskreise in Berlin einen Termin genannt. Die Reise ist demnach für den 14. März geplant und damit der erste US-Besuch der Kanzlerin seit Trumps Amtsübernahme. Nähere Informationen gebe es "zum gegebenen Zeitpunkt", sagte Seibert.

Während der Münchner Sicherheitskonferenz hat Merkel schon Mitte Februar den US-Vize-Präsidenten Mike Pence getroffen. In ihrer Rede sagte sie vor Pence am 18. Februar: "Ich bin überzeugt, die Konflikte dieser Welt sind von keinem Staat alleine zu bewältigen. Sie bedürfen gemeinsamer Anstrengungen". Von Beobachtern war das als vorsichtige Warnung an eine Politik der Alleingänge seitens der USA gewertet worden.

Trump wird voraussichtlich am 7. und 8. Juli 2017 erstmals Deutschland besuchen. Dann findet der zweitägige G20-Gipfel in Hamburg statt, bei dem die Staats- und Regierungschefs aus 20 Industrie- und Schwellenländern erwartet werden. Während Trumps erstem Telefonat mit Kanzlerin Merkel im Januar hatte er eine Einladung zu dem Treffen angenommen. Beide Regierungschefs hatten zudem ihre Absicht erklärt, "die ohnehin schon ausgezeichneten bilateralen Beziehungen in den nächsten Jahren noch zu vertiefen."

Für die Bundesregierung waren die ersten Versuche, in Kontakt mit der neuen US-Regierung zu treten, von Schwierigkeiten geprägt. Noch vor seiner Amtseinführung hatte Trump öffentlich über die Bundeskanzlerin geurteilt und ihre Flüchtlingspolitik in einem Interview mit Bild und Times als einen "katastrophalen Fehler" bezeichnete. Auch im Wahlkampf hatte er Merkel kritisiert, um seine Pläne gegen Muslime zu rechtfertigen. In Deutschland herrsche seit Merkels Flüchtlingspolitik Chaos und Kriminalität, weshalb Frauen nicht mehr ohne Gefahren unbesorgt auf die Straße gehen könnten. 

Merkel hingegen hatte Trumps Einreisestopp kritisiert und hält das Verbot für ungerechtfertigt. Sie sei überzeugt, "dass auch der notwendige entschlossene Kampf gegen den Terrorismus es nicht rechtfertigt, Menschen einer bestimmten Herkunft oder eines bestimmten Glaubens unter Generalverdacht zu stellen", hatte sie ihren Regierungssprecher Steffen Seibert mitteilen lassen.

In seiner neuen Funktion als Außenminister war Vizebundeskanzler Sigmar Gabriel (SPD) Anfang Februar in die USA gereist. Er traf allerdings nur auf seinen Amtskollegen Rex Tillerson und auf Vizepräsident Mike Pence. Über seinen Besuch bei Tillerson hatte Gabriel gesagt: "Wir haben einen Draht zueinander gefunden." Den neuen US-Präsidenten hatte Gabriel direkt nach der US-Wahl im November als "Vorreiter einer neuen autoritären und chauvinistischen Internationalen" bezeichnet. Trump sei auch eine Warnung an uns, sagte Gabriel. Die "autoritäre Internationale" nutze die Abgrenzung von Ausländern und Flüchtlingen nur als Lockmittel für die Wähler.