US-Präsident Donald Trump hat nach dem Anschlag in London seine Forderung nach einem Einreisestopp für Menschen aus mehrheitlich muslimischen Ländern bekräftigt. "Wir müssen klug, wachsam und hart sein", schrieb Trump auf Twitter. "Wir brauchen das Einreiseverbot als zusätzliche Sicherheitsstufe."

In London kamen mindestens sieben Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt, als drei Angreifer mit einem Kleintransporter in Gruppen von Fußgängern fuhren und anschließend mit Messern auf Menschen losgingen. Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich bestürzt über die Anschläge und bekundete ihre Solidarität mit Großbritannien. "Wir sind heute über alle Grenzen hinweg im Entsetzen und der Trauer vereint, aber genauso in der Entschiedenheit", sagte Merkel. Deutschland stehe im Kampf gegen jede Form von Terrorismus fest und entschlossen an der Seite Großbritanniens.

Ähnlich äußerte sich auch der französische Präsident Emmanuel Macron. Auf Twitter sagte er, Frankreich stehe stärker denn je Seite an Seite mit dem Vereinigten Königreich. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verurteilte den Anschlag in London scharf. "Die Kaltblütigkeit, mit der die Täter Passanten in London attackiert haben, ist verabscheuenswürdig und lässt uns in Trauer zusammenstehen", sagte Steinmeier. Er sei in Gedanken bei den Angehörigen und Freunden der Opfer. Den Verletzten wünschte Steinmeier baldige Genesung.

"Diese Taten müssen ein Ende haben"

Mit Bestürzung haben auch EU-Spitzenpolitiker auf den Terroranschlag reagiert. Er verfolge die Ereignisse mit Entsetzen, erklärte EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker noch in der Nacht auf Twitter. "Gedanken und Gebete sind bei den Opfern und ihren Familien." Und EU-Ratspräsident Donald Tusk sagte: "Mein Herz und meine Gedanken sind nach einem weiteren feigen Angriff in London. Europa steht an der Seite des Vereinigten Königreichs im Kampf gegen den Terrorismus." EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani twitterte: "Wir trauern in Solidarität mit den Opfern und den Familien der abscheulichen #LondonBridge Attacke. Diese Taten müssen ein Ende haben!"  

Trumps Appell an die Justiz

Donald Trump richtete einen Appell an die Justiz, die sein Dekret gestoppt hatte: "Die Gerichte müssen uns unsere Rechte zurückgeben." Im Streit um den Einreisebann für Menschen aus sechs mehrheitlich muslimischen Ländern hatte das Justizministerium am Donnerstag den Gang vor den Obersten Gerichtshof angekündigt. Ein Berufungsgericht hatte zuvor entschieden, dass der von Trump angeordnete Einreisestopp vorerst ausgesetzt bleibt. 

Trumps Dekret sieht vor, dass sämtliche Bürger der mehrheitlich muslimischen Staaten Iran, Jemen, Libyen, Somalia, Sudan und Syrien 90 Tage lang nicht in die USA einreisen dürfen. Außerdem enthält das Dekret ein generelles, mindestens 120 Tage geltendes Einreiseverbot für alle Flüchtlinge. Der Präsident bezeichnet das Dekret als notwendige Maßnahme zum Schutz vor der Terrorgefahr.