Die internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen Ican wird mit dem diesjährigen Friedensnobelpreis geehrt. Die Organisation erhalte die Auszeichnung für "ihre Arbeit, Aufmerksamkeit auf die katastrophalen humanitären Konsequenzen von Atomwaffen zu lenken", wie das norwegische Nobelkomitee in Oslo bekanntgab. Ican, ein Netzwerk Hunderter Friedensgruppen und Organisationen, habe sich bahnbrechend um ein vertragliches Verbot solcher Waffe bemüht.

In Kürze hier mehr über die Entscheidung.

Der Friedensnobelpreis ist die wohl wichtigste politische Auszeichnung der Welt. Die Kandidatenlisten sind streng geheim, 318 Nominierungen lagen dieses Mal vor. Zu den Favoriten hatten die beiden Architekten des Nuklearabkommens mit dem Iran gehört, die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif.

Als weitere Anwärter galten erneut die syrischen Weißhelme, der kongolesische Arzt Denis Mukwege, der inhaftierte saudiarabische Blogger und Menschenrechtler Raif Badawi und selbst Edward Snowden, der geheime Überwachungsprogramme des US-Geheimdienstes NSA an Medien weitergab. Vorgeschlagen wurden auch der in Deutschland im Exil lebende türkische Journalist Can Dündar und die einst von ihm geleitete Zeitung Cumhuriyet. Im vergangenen Jahr erhielt der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos den Preis für seine Friedensbemühungen im Konflikt mit der Farc-Guerilla.

Nur noch der Wirtschaftspreis steht aus

Seit Montag dieser Woche wurden bereits die Nobelpreisträger in allen Kategorien außer Wirtschaft benannt. So geht der Medizinnobelpreis in diesem Jahr an die Erforscher der inneren Uhr aller Lebewesen, der Physiknobelpreis ehrt die Entdecker der Gravitationswellen und die Auszeichnung in Chemie würdigt die Entwickler der Kryoelektronenmikroskopie. Über den Literaturnobelpreis kann sich der britische Schriftsteller Kazuo Ishiguro freuen. Er erhält ihn für sein Werk, das sich vor allem durch eine starke emotionale Kraft auszeichnet.

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