In Myanmar wurden nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen innerhalb eines Monats mindestens 6.700 Rohingya getötet. Darunter sollen mindestens 730 Kinder im Alter von weniger als fünf Jahren sein. Das berichtet die Organisation unter Berufung auf eine eigene Erhebung, die für den Zeitraum vom 25. August bis zum 24. September 2017 durchgeführt wurde.

Grundlage sind Befragungen in mehreren Flüchtlingslagern. Insgesamt nahmen daran im November laut Ärzte ohne Grenzen 2.434 Familien mit insgesamt mehr als 11.000 Mitgliedern teil. Damit seien die Zahlen repräsentativ für rund 80 Prozent der seit Ende August in Bangladesch angekommenen Rohingya, teilte die Organisation mit. Nicht berücksichtigt seien allerdings die Familien, die es nicht in das Nachbarland geschafft hätten. Die aus den Antworten abgeleitete Zahl der Toten sei konservativ ermittelt worden. Die tatsächlichen Zahlen könnten sogar noch höher liegen. 

Die Rohingya werden in Myanmar seit Jahren systematisch verfolgt. Der Konflikt war Ende August eskaliert, nachdem zunächst Rohingya-Rebellen im Bundesstaat Rakhine Soldaten und Polizisten angegriffen und zahlreiche Sicherheitskräfte getötet hatten. Das Militär reagierte mit einem brutalen Vorgehen gegen die Rohingya. Die UN sprechen von Genozid.

Seit Ende August flüchteten nach Angaben der UN rund 620.000 Angehörige der muslimischen Minderheit nach Bangladesch. Den Flüchtlingen zufolge dauert die Gewalt in Rakhine noch immer an.