Die Forderung von Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück nach Löschung dienstlicher E-Mails, die während der Freizeit an Beschäftigte gesendet werden, stößt bei Arbeitgebern auf Kritik. "So eine generelle Forderung ist Populismus pur", sagte der Sprecher des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Leutz, der Passauer Neuen Presse.

Hück hatte gefordert, Mailkonten von Mitarbeitern sollten im Zeitraum zwischen 19 und 6 Uhr sowie am Wochenende und im Urlaub gesperrt werden. Mails, die in dieser Zeit eintreffen, sollten automatisch an den Absender zurückgeschickt werden und nicht mehr in der Mailbox des Mitarbeiters vorhanden sein, also automatisch gelöscht werden.

Widerspruch gegen solche Regelungen kommt auch von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Wegen der geltenden Arbeitszeit- und Arbeitsschutzgesetze müsse "kein Arbeitnehmer rund um die Uhr erreichbar sein". Dies gelte auch für die Beantwortung von E-Mails.

Gesamtmetall-Vertreter Leutz sieht das Problem ohnehin an ganz anderer Stelle. "Wenn es ein Problem gibt, dann doch wohl nicht, dass eine Mail geschrieben wird, sondern dass das Gefühl besteht, sie müsse sofort bearbeitet werden", sagte er und forderte die Mitarbeiter auf, dies auf Betriebsebene zu klären.

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Emnid erklärten zwei Prozent aller Arbeitnehmer in der Metall- und Elektroindustrie, dass der Arbeitgeber eine Erreichbarkeit außerhalb der normalen Arbeitszeiten erwartet. 89 Prozent aller Arbeitnehmer würden maximal einmal im Monat auch wirklich vom Vorgesetzten kontaktiert.