Das griechische Parlament hat den Haushalt für 2018 gebilligt. Nach einer fünftägigen Debatte votierten 153 Abgeordnete für den Etat, 144 stimmten dagegen, wie das Parlamentspräsidium in Athen mitteilte.

Ministerpräsident Alexis Tsipras zeigte sich zuversichtlich, dass dieser Haushalt der letzte im Rahmen der Hilfsprogramme ist. "Wir werden nicht mehr das schwarze Schaf Europas sein", sagte er in der Debatte. "Wir überwinden eine schmerzhafte Zeit."

Griechenland wird seit 2010 mit internationalen Krediten vor der Pleite bewahrt. Das aktuelle dritte Hilfsprogramm von bis zu 86 Milliarden Euro läuft bis August 2018. Dann will Griechenland wieder auf eigenen Beinen stehen und sich selbst Geld an den Kapitalmärkten besorgen.

Der Etat basiert auf einem prognostizierten Wirtschaftswachstum von rund 2,5 Prozent – nach einem angestrebten Plus von 1,6 Prozent im laufenden Jahr. Das Bruttoinlandsprodukt soll von 181,2 Milliarden Euro 2017 auf 187,8 Milliarden Euro im kommenden Jahr steigen.

Dank einer anziehenden Wirtschaft und sinkender Arbeitslosigkeit hofft Griechenland auch auf bessere Haushaltszahlen als von den internationalen Geldgebern gefordert. Der Haushalt 2018 sieht einen sogenannten Primärüberschuss – ohne die Kosten für Schuldendienst – von 3,8 Prozent der Wirtschaftsleistung vor.

Die internationalen Kreditgeber hatten Athen für 2018 ein Etatziel von 3,5 Prozent vorgegeben. Der Primärüberschuss sei das Ergebnis "unerträglicher Steuern", monierte der konservative Oppositionschef Kyriakos Mitsotakis.

Auch ein Rückgang der Arbeitslosigkeit wird erwartet. Sie soll bis Ende 2018 auf 19 Prozent fallen. Dieses Jahr wird mit 20,2 Prozent Erwerbslosigkeit gerechnet. Was eine der höchsten Quoten unter den Euroländern ist.

Die Schuldenlast Griechenlands dürfte aber nur langsam sinken. Zuletzt bewegte sie sich bei fast 180 Prozent der Wirtschaftsleistung.