Vor wenigen Wochen saßen noch mehr als zehn deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger aus politischen Gründen in türkischer Haft – nun sind es nach Angaben der Bundesregierung noch vier. Das Auswärtige Amt gab bekannt, dass eine weitere Person mit deutscher Staatsbürgerschaft von den türkischen Behörden freigelassen worden sei.

Allerdings sei sie mit einer Ausreisesperre belegt worden, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Nähere Angaben machte er mit Hinweis auf die Persönlichkeitsrechte nicht. Er wollte auch nicht sagen, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt.

Seit dem Putschversuch im Sommer 2016 gilt in der Türkei der Ausnahmezustand. In der Folge wurden Zehntausende Menschen entlassen oder verhaftet – Militärs, Richter, Wissenschaftler, Lehrer sowie Oppositionelle, Menschenrechtler und Journalisten. Die Bundesregierung beklagt eine Einschränkung von Rechtsstaat und Meinungsfreiheit in dem Nato-Partnerland.

Das deutsch-türkische Verhältnis hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich verschlechtert und war zuletzt insbesondere durch die Festnahme des Welt-Korrespondenten Deniz Yücel belastet. Mehr als ein Jahr saß der Journalist in Haft, bevor er in der vergangenen Woche freikam. Yücel wird "Terrorpropaganda" vorgeworfen. Er durfte die Türkei nach seiner Freilassung zwar verlassen, doch soll der Prozess gegen ihn im Sommer beginnen.

Yücels Fall ist nur einer von vielen: Mehr als 150 Journalisten sitzen in der Türkei in Haft.