US-Präsident Donald Trump macht ein neuer Bericht zu schaffen, nach dem Geldzahlungen die Berichterstattung über eine außereheliche Affäre verhindern sollten. Das frühere Playmate des Jahres 1998, Karen McDougal, schilderte dem Magazin New Yorker, sie habe im Jahr 2006 eine Sexaffäre mit dem damaligen Reality-TV-Star gehabt.

Das Skandalblatt National Enquirer habe für diese Geschichte 150.000 US-Dollar gezahlt, sie aber dann nie veröffentlicht. McDougal sagte, sie fühle sich ihrer Rechte beraubt und sei unsicher, was sie überhaupt sagen dürfe, ohne in Schwierigkeiten zu geraten.

Trump und McDougal sollen sich 2006 auf dem Anwesen des Playboy-Gründers Hugh Hefner in Los Angeles getroffen haben, wo Trump eine Folge seiner TV-Show The Apprentice drehte. Donald und Melania Trump hatten ein Jahr zuvor geheiratet.

Im November 2016 berichtete das Wall Street Journal von der Zahlung der American Media Inc. AMI an McDougal, der AMI gehört der Enquirer. AMI-Chef David Pecker ist ein guter Bekannter Trumps. Ein Sprecher des Weißen Hauses wies eine Affäre Trumps mit McDougal zurück. Der Bericht sei "Fake News".

Eine zweite Affäre, welche die Pornoschauspielerin Stephanie Clifford mit dem Künstlernamen Stormy Daniels behauptet, könnte für Trump noch juristisch heikel werden. Trumps Anwalt Michael Cohen, der als sein "Problemlöser" beschrieben wird, hatte kürzlich gesagt, er habe 130.000 US-Dollar an Clifford aus eigener Tasche gezahlt, damit diese nicht über die Affäre rede. Die Zahlung erfolge 2016 mitten im Präsidentschaftswahlkampf Trumps. Das macht die Affäre politisch.

Clifford fühlt sich nach Aussage ihrer Anwältin nicht mehr zum Schweigen verpflichtet. Die Webseite The Hill zitierte Cliffords Anwältin Gina Rodriguez mit den Worten: "Jetzt ist alles raus und Stormy wird ihre Geschichte erzählen."

Der frühere Chefanwalt der staatlichen Wahlkommission FEC, Lawrence Noble, nannte Cohens Handeln einen groben Fehler. Die FEC müsse sich geradezu eingeladen fühlen, nun gegen Trump zu ermitteln. Entsprechende Klagen von Bürgerrechtsgruppen sind anhängig: Im Wahlkampf sei gegen Gesetze verstoßen worden. Manche Republikaner sind besorgt, dass sich Berichte über ein zügelloses Privatleben Trumps negativ auf die Kongresswahlen im November auswirken werden.