Überlegungen nach einem Schuldenschnitt für Italien hat Angela Merkel (CDU) eine deutliche Absage erteilt. Der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sagte die Bundeskanzlerin, Solidarität dürfe "nie in eine Schuldenunion münden". Italiens neue Regierung wurde am Freitag vereidigt.

Die populistische Fünf-Sterne-Bewegung und die rechtsextreme Lega, die in Italien die neue Regierung stellen, hatten während der Koalitionsverhandlungen auch über die Möglichkeit gesprochen, die Europäische Zentralbank um den Erlass von Schulden in Höhe von 250 Milliarden Euro zu bitten. Die EZB hatte mit dem Hinweis reagiert, dass die EU-Verträge einen solchen Schuldenschnitt nicht zuließen.

Merkel signalisierte gleichzeitig ihre Bereitschaft, mit Italiens neuer Führung zusammenzuarbeiten: Sie werde offen auf die neue italienische Regierung zugehen, "anstatt über ihre Absichten zu spekulieren". Sie sei auch bereit, darüber zu sprechen, "wie mehr junge Menschen Arbeit finden können", sagte die Kanzlerin. Die Arbeitslosenquote liegt in Italien bei rund elf Prozent.

In einem Telefonat mit dem neuen italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte am Samstag lud Merkel den Regierungschef zu einem baldigen Besuch nach Deutschland ein. Während des Gesprächs hätten beide Politiker die Bedeutung einer engen bilateralen Zusammenarbeit betont, hieß es.