Seit Richard Grenell der neue US-Botschafter in Deutschland ist, hat er schon einige Aussagen getroffen, die Kritik auslösten. So hatte er deutsche Firmen, die im Iran Geschäfte machen, aufgefordert, diese einzustellen, nachdem US-Präsident Donald Trump das Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt hatte. 

Nun hat Grenell der rechtsextremen Website Breitbart ein Interview gegeben und gesagt, sich politisch in Europa einmischen zu wollen. "Ich denke, es gibt eine konservative Welle, die sich aufgrund der gescheiterten linken Politik durchsetzt", sagte Grenell. Aus ganz Europa hätten ihn Konservative kontaktiert und gesagt, dass sie Aufwind verspürten. "Ich möchte andere Konservative, andere konservative Führer definitiv stärken", sagte Grenell, der erst vor wenigen Wochen sein Amt in Berlin übernommen hatte.

Die Bundesregierung verlangt von amerikanischer Seite Aufklärung darüber, wie diese Äußerungen Grenells über die Stärkung der konservativen Kräfte in Europa zu verstehen sind. Zudem habe Grenell am Donnerstag bei seinem Antrittsbesuch im Auswärtigen Amt Gelegenheit, seine Aussage einzuordnen, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes.

Grenell bewundert Kurz

Die Wahl von Donald Trump, so Grenell auf Breitbart,  habe die Menschen darin bestärkt, nicht einfach hinzunehmen, dass eine kleine politische Elite schon vor den Wahlen festlege, wer antrete und wer gewinne, sagte der Diplomat. Als "Erfolgsstrategie" sei es notwendig, auf konservative Themen zu setzen, die das Leben der arbeitenden Menschen betreffe.

Grenell zeigte sich in dem Interview auch als großer Bewunderer von Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz und dessen Flüchtlingspolitik. "Ich denke, Sebastian Kurz ist ein Rockstar. Ich bin großer Fan", sagte er.

Der Botschafter wurde in den USA für das Interview kritisiert. Der demokratische US-Senator Chris Murphy twitterte: "Das Interview ist furchtbar." Grenell habe ihm persönlich versichert, dass er sich als Botschafter aus der Politik heraushalten wolle. Grenell gilt als einer der größten Unterstützter von Trumps Außenpolitik.

Der 51-jährige Grenell trat in den USA als Kommentator beim konservativen Sender Fox News auf, arbeitete aber er auch für die Sender CBS und CNN, für Politico oder die Huffington Post. In der Amtszeit des US-Präsidenten George W. Bush zwischen 2001 bis 2008 war Grenell Sprecher für vier UN-Botschafter der USA. 2012 arbeitete Grenell kurzzeitig für den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney.