Gegen den Kandidaten für das oberste Gericht der USA, Brett Kavanaugh, gibt es weitere schwere Vorwürfe: Eine dritte Frau erklärte nach Angaben ihres Anwalts, Michael Avenatti, dass sie Zeugin von sexuellen Übergriffen durch Kavanaugh gewesen sei. Sie habe beobachtet, wie der heutige Richter bei Schülerpartys in den Achtzigerjahren "exzessiv getrunken" und Mädchen begrapscht habe, ließ Julie Swetnick erklären. Ihr Anwalt veröffentlichte die Erklärung auch bei Twitter

Kavanaugh habe sich Mädchen aggressiv aufgedrängt und "sich an ihnen gerieben", er habe versucht, sie gegen ihren Willen auszuziehen, oder ihnen ihre T-Shirts hochzuziehen. Kavanaugh und sein Freund Mark Judge seien an Situationen beteiligt gewesen, die später in Gruppenvergewaltigungen ausgeartet wären.  

"Ich habe gesehen wie Mark Judge, Brett Kavanaugh und andere versucht haben, Mädchen betrunken zu machen, sodass sie dann in einem Nebenraum von mehreren Jungs missbraucht werden konnten", zitierte Avenatti seine Mandantin. Auch sie selbst sei auf einer Party von mehreren Schülern vergewaltigt worden. Auf dieser Party seien auch Judge und Kavanaugh gewesen.

Nach eigenen Angaben hat Swetnick für verschiedene Ministerien in Washington gearbeitet und daher zahlreiche Sicherheitsüberprüfungen durchlaufen.

Kavanaugh wies Swetnicks Anschuldigungen entschieden zurück. Er sprach von "falschen und unbestätigten" Vorwürfen. Sie seien Teil einer "Schmutzkampagne", die seine Nominierung in letzter Minute verhindern solle, sagte Kavanaugh.

Swetnicks Anwalt vertritt auch die Pornodarstellerin Stormy Daniels in einem Rechtsstreit mit Präsident Donald Trump. Dabei geht es um eine Affäre, die Daniels im Jahr 2006 mit Trump gehabt haben will, und eine Schweigegeldzahlung.

Aussage am Donnerstag

Kavanaugh ist der Wunschkandidat von US-Präsident Donald Trump für den freien Richterposten am Supreme Court. Der Justizausschuss des US-Senats soll am Freitag über die Nominierung des erzkonservativen Juristen abstimmen. Einen Tag zuvor will die Professorin Christine Blasey Ford im Justizausschuss zu ihren Anschuldigungen gegen Kavanaugh aussagen. Sie wirft dem Juristen vor, dieser habe sie bei einer Schülerparty in den Achtzigerjahren zu vergewaltigen versucht. Auch hier soll Mark Judge Zeuge gewesen sein. Beide haben die Vorwürfe bestritten. Nach Blasey Ford wird auch Kavanaugh befragt.

Der Ausschuss veröffentlichte bereits das vorbereitete Statement von Trumps Kandidaten. Darin sagt Kavanaugh unter anderem, dass er "nicht immer perfekt" gewesen sei und manchmal zu viel getrunken habe. Die Anschuldigungen sexueller Übergriffe weist er aber von sich.

Eine weitere Frau, Deborah Ramirez, hatte sich im New Yorker mit dem Vorwurf gemeldet, Kavanaugh habe ihr während einer Studentenparty an der Elite-Universität Yale in den Achtzigerjahren sein Geschlechtsteil ins Gesicht gedrückt.