CSU-Chef und Bundesinnenminister Horst Seehofer ist das wohl letzte größere Hindernis, das zwischen Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, und dessen Entlassung steht. Die SPD will Maaßens Rücktritt wegen seines Interviews in der Bild-Zeitung zu den Vorfällen in Chemnitz. Auch in der CDU hat Maaßen Vertrauen verspielt, nur öffentlich äußert sich hier keiner.

Ein Krisengipfel am Donnerstagabend war nach etwas mehr als einer Stunde ergebnislos zu Ende gegangen. Am Dienstag wollen sich die Parteichefs Angela Merkel, Andrea Nahles und Seehofer erneut im Kanzleramt treffen. Wie es dann mit Maaßen weitergeht, hängt entscheidend von Seehofer ab – und davon, wie sich die CSU als Partei positioniert.

Seehofers Unterstützung könnte sich bald erledigt haben

Sollte sich die CSU offensiv hinter Maaßen und Seehofer stellen, könnte der am Dienstag schwer hinter seine jetzige Linie zurückfallen und wäre gezwungen, weiter an Maaßen festhalten – und weiteren Koalitionszoff zu riskieren. Sollte die CSU jedoch kein gesteigertes Interesse an dem Fall zeigen, könnte es auch sein, dass Seehofer in den kommenden Wochen millimeterweise von seinem Behördenleiter abweicht und ihn dann fallen lässt. Seehofer weiß, wie Macht funktioniert.

Am Samstag treffen sich die Christsozialen zum Parteitag in München. Eigentlich sollte es da um die bevorstehende Bayern-Wahl gehen. Eigentlich hätte da weder Maaßen und noch irgendetwas anderes aus der Berliner Politik eine Rolle spielen sollen.

Im Postpalast dürfen sich die Direktkandidaten aus allen 91 Wahlkreisen vorstellen. Außerdem wollen die Delegierten das Wahlprogramm für die Landtagswahl am 14. Oktober verabschieden. Seehofer wird eine Rede halten, Generalsekretär Markus Blume und Markus Söder auch. Werden die drei Maaßen aus München raushalten können? Und wollen sie das überhaupt?