Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition hat nach eigenen Angaben Ziele der Huthi-Rebellen in Jemens Hauptstadt Sanaa angegriffen und zerstört. Aufnahmen der Nachrichtenagentur AFP aus der Nacht von Samstag auf Sonntag zeigten eine Reihe von Explosionen in Sanaa. Wie das von den Huthis kontrollierte jemenitische Gesundheitsministerium am Sonntag mitteilte, wurden dabei mindestens drei Menschen getötet und mehrere weitere verletzt. Die Militärkoalition flog demnach mehr als 24 Angriffe auf die Hauptstadt Sanaa.

In der saudi-arabischen Hauptstadt Riad sagte ein Sprecher der Militärkoalition, die Allianz habe einen Einsatz zur "Zerstörung einer Vielzahl militärischer Ziele" gestartet. Dazu gehörten auch sieben Militärstützpunkte, zitierte die amtliche saudi-arabische Nachrichtenagentur SPA den Sprecher. Es gehe unter anderem um Einrichtungen, in denen Drohnen gelagert und erprobt würden. Außerdem seien Werkstätten und Lager zur Ausstattung von Bomben zerstört worden.

Die Huthis hatten zuvor, am 10. Januar, eine Luftwaffenbasis der jemenitischen Armee in Aden, in der südlichen Provinz Lahidsch mit einer Drohne angegriffen. Sieben regierungstreue Soldaten waren dabei getötet worden. Saudi-Arabien und seine Verbündeten beschuldigen den Iran, die Rebellen mit Waffen zu versorgen, was die Regierung in Teheran bestreitet.

Waffenruhe für die Hafenstadt Hodeida

Im Jemen herrscht seit 2015 Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden. Im Dezember hatten sich beide Seiten bei einer ersten Gesprächsrunde in Schweden auf eine Waffenruhe für die von den Huthis kontrollierte Stadt Hodeida geeinigt. Von der Hafenstadt kommt ein Großteil der Hilfen für die hungernde Bevölkerung ins Land. Die Waffenruhe werde nach UN-Angaben weitgehend eingehalten.

Beide Seiten vereinbarten darüber hinaus einen Abzug der Kämpfer aus der Stadt und aus dem Hafen. Straßen sollten für die humanitäre Hilfe geöffnet bleiben. Offenbar ist beides aber bisher unterblieben. Nach UN-Angaben wird auch über den ebenfalls bereits vereinbarten Gefangenenaustausch weiterhin verhandelt.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden in dem Konflikt bereits mehr als 10.000 Menschen getötet, unter ihnen Tausende Zivilisten. Nichtregierungsorganisationen schätzen die Zahl der Opfer bis zu fünfmal so hoch ein. Laut dem UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock leiden fast zehn Millionen Menschen im Jemen Hunger.