Nach der Ibiza-Video-Affäre hat Österreichs Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) mitgeteilt, er werde Anzeige gegen drei Personen erstatten. Er habe "bei der Staatsanwaltschaft Wien Strafanzeige gegen zumindest drei als mögliche Mittäter identifizierte Personen eingereicht", teilte Strache in einer Erklärung an die österreichische Nachrichtenagentur APA mit. Strache schrieb: "Die mögliche Mitwirkung weiterer Personen ist wahrscheinlich. Gegenwärtig gibt es diesbezüglich von mir veranlasste Untersuchungen." Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Wien liegen bisher noch keine solche Anzeigen vor.

Straches Anwalt teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dass es sich bei den Angezeigten um einen Detektiv, einen in den vergangenen Tagen mit den Videoaufnahmen in Verbindung gebrachten Anwalt und einen namentlich unbekannten Lockvogel handelt. Die Anzeige lautet demnach unter anderem auf Täuschung, Urkundenfälschung sowie Missbrauch von Ton- und Abhörgeräten. "Alles Weitere zu klären obliegt nun den Ermittlungsbehörden", so der Ex-FPÖ-Chef.

Das im Sommer 2017 auf Ibiza heimlich aufgenommene Video zeigt, wie Strache mit einer vermeintlichen russischen Investorin über eine Zusammenarbeit redet. Dabei geht es auch um mögliche Staatsaufträge im Gegenzug für verdeckte Wahlhilfe für die FPÖ sowie um Einflussnahme auf Medien. Auf die Veröffentlichung folgte der Bruch der ÖVP-FPÖ-Regierung in Wien. Strache trat von all seinen Ämtern zurück.

Der FPÖ-Politiker geht laut APA nicht davon aus, dass es noch weiteres kompromittierendes Material gegen ihn gibt. "Anders als von einzelnen Medien behauptet, kann es auch kein weiteres, mich kompromittierendes Video- oder Ton-Material geben", teilte Strache mit: "Weder solches das Treffen auf Ibiza betreffend, noch solches, das davor oder danach entstanden ist."