Bei der Oberbürgermeisterwahl in Rostock hat der parteilose Däne Claus Ruhe Madsen die meisten Stimmen erzielt, aber im ersten Wahlgang noch keinen Sieg errungen. Nach Angaben des Deutschen Städtetags wäre Madsen im Falle seiner Wahl der erste Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt ohne deutschen Pass. Am 16. Juni wird er in einer Stichwahl gegen Rostocks Sozialsenator Steffen Bockhahn von der Linkspartei antreten.

Im ersten Wahlgang am Sonntag kam der von CDU und FDP unterstützte 46-jährige Madsen, bislang Chef der Möbelkette Wikinger, auf 34,6 Prozent. Der 40 Jahre alte Bockhahn erreichte 18,9 Prozent. Alle weiteren Bewerberinnen und Bewerber blieben chancenlos.

Für Madsen und Bockhahn geht es um die Nachfolge des bisherigen Oberbürgermeisters Roland Methling (parteilos), der die Hansestadt 14 Jahre lang führte und aus Altersgründen nicht wieder antrat.

Madsen stammt aus Kopenhagen und lebt seit 1992 in Deutschland. Madsen präsentierte sich im Wahlkampf als pragmatisch und umweltbewusst. Falls er die Stichwahl gewinnt, will er die Geschäftsführung seiner fünf Möbelhäuser an seine Frau abgeben.