Gut ein Jahr nach seinem Amtsantritt wollte US-Außenminister Mike Pompeo an diesem Dienstag nach Deutschland kommen. Doch den Besuch, bei dem er Außenminister Heiko Maas (SPD) und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) treffen wollte, hat er kurzfristig abgesagt. Grund seien dringende Angelegenheiten, teilte ein Sprecher der US-Botschaft mit. Der Besuch solle bald nachgeholt werden.

Eigentlich wollte Pompeo am späten Dienstagnachmittag mit Merkel und Maas Themen wie die Lage in der Ukraine, in Venezuela, im Iran und in Syrien sowie das Verhältnis zu Russland und China besprechen. Das Auswärtige Amt bestätigte die Absage, ohne Details zu nennen.

Die deutsch-amerikanischen Beziehungen sind seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump Anfang 2017 angespannt. Die US-Regierung wirft dem Nato-Partner Deutschland mangelnde Militärausgaben vor, kritisiert das deutsch-russische Pipelineprojekt Nord Stream 2 und droht mit Strafzöllen wegen des deutschen Handelsüberschusses. Bis zum ersten Deutschland-Besuch Pompeos hat es ungewöhnlich lange gedauert. Auf eine Teilnahme an der Münchner Sicherheitskonferenz hatte der 55-jährige frühere CIA-Chef im Februar verzichtet, obwohl er zu der Zeit tagelang in Europa unterwegs war. Deutschland ist das 39. Land, das er bereist.

Maas hatte vor dem geplanten Besuch seines US-Kollegen die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten betont. Beinahe alle internationalen Großthemen und Konflikte ließen sich nur im Dialog mit den USA bearbeiten und lösen, hatte Maas dem Redaktionsnetzwerk Deutschland gesagt. "Wir brauchen den engen Draht nach Washington."