Der Iran will sich nicht mehr an zentrale Auflagen aus dem 2015 geschlossenen Atomabkommen halten. Teheran werde Uran künftig wieder so hoch anreichern, wie es der Bedarf des Landes erfordere, sagte der Sprecher der iranischen Atomenergiebehörde, Behrus Kamalwandi. Dieser liege bei 20 Prozent. Zudem werde man binnen zehn Tagen den vereinbarten Grenzwert von 300 Kilogramm für Uranvorräte überschreiten.

US-Präsident Donald Trump war vor einem Jahr einseitig aus dem Atomabkommen ausgestiegen, das die Regierung seines Vorgängers Barack Obama gemeinsam mit den übrigen UN-Vetomächten und Deutschland mit dem Iran ausgehandelt hatte. Die Regierung in Teheran hatte daraufhin angekündigt, die Urananreicherung bis auf 20 Prozent zu erhöhen, sollte der Vertrag bis Anfang Juli nicht umgesetzt werden. Dazu gehört auch ein Ende der US-Sanktionen, die den internationalen Handel des Landes blockieren.

Die Uranproduktion in der Atomanlage Natans im Zentraliran wurde bereits Anfang Mai um das Vierfache erhöht. Gemäß dem Wiener Atomabkommen von 2015 war der Iran befugt, 300 Kilogramm bis auf 3,67 Prozent angereichertes Uran im Land zu behalten. Der Rest musste in ein Drittland verschifft oder verkauft werden. Für Kernwaffen wird eine 90-prozentige Anreicherung benötigt.

Zuletzt waren die Spannungen zwischen dem Iran und den USA wegen mutmaßlicher iranischer Angriffe auf Öltanker im Golf von Oman weiter gestiegen.