Im Streit um unbezahlte Rechnungen für das Segelschulschiff Gorch Fock ist das Verteidigungsministerium mit ihrem Antrag auf Herausgabe gescheitert. Mit einer einstweiligen Verfügung wollte das Ministerium die Bredo-Werft in Bremerhaven zwingen, das Schiff freizugeben. Das Landgericht Bremen hat einen entsprechenden Antrag abgelehnt, da er eine Entscheidung im Hauptsacheverfahren vorwegnehme.

Die Bredo-Werft verlangt, dass der Bund die aufgelaufenen Sanierungskosten von 5,1 Millionen Euro übernimmt. Bis dahin will sie das Segelschulschiff in ihrem Dock als Pfand einbehalten. Wie der Bremer Gerichtssprecher sagte, habe die Bredo-Werft deshalb vorsorglich eine Schutzschrift gegen einen Eilantrag bei Gericht hinterlegt.

Mit der Reparatur des traditionsreichen Schulschiffs der Bundeswehr war eigentlich die inzwischen insolvente Elsflether Werft beauftragt. Das Bundesverteidigungsministerium hat die Sanierung jedoch zeitweise gestoppt, nachdem die Staatsanwaltschaft Osnabrück Ermittlungen gegen die Werft wegen Korruption und Untreue eingeleitet hatte.

Im März wurden die Sanierungen fortgesetzt. Eigentlich sollte die Gorch Fock am 21. Juni wieder zu Wasser gelassen werden. Dieser Termin steht durch das geltend gemachte Rückhaltungsrecht der Bredo-Werft jetzt infrage. Außerdem prüft die Staatsanwaltschaft, ob sich auch Verteidigungsministerin Ursula van der Leyen (CDU) strafbar gemacht hat.