Bei einem Parteitag haben die Bremer Linken den Entwurf eines rot-grün-roten Koalitionsvertrages gebilligt. Eine deutliche Mehrheit der Delegierten votierte für die 140 Seiten lange Vereinbarung, auf die sich die Verhandler von SPD, Grünen und Linken einige Tage zuvor verständigt hatten.

Bis zum 22. Juli werden die Mitglieder im Landesverband der Linken befragt, ob sie dem Koalitionsvertrag ebenfalls zustimmen. Ihr Votum ist für die Partei bindend. Die Parteiführung hat auf dem Parteitag für die Vereinbarung geworben. 

"Wir haben in diesem Koalitionsvertrag eine deutliche Handschrift hinterlassen", sagte Fraktionschefin Kristina Vogt. "Wir wollen ihn auch umsetzen und wir werden auch hart dafür kämpfen". Die Landessprecherin Cornelia Barth schloss sich ihr an. "Ich finde, wir haben einen Auftrag", sagte sie. Die Partei sei dafür auf dem richtigen Weg. Einige Abgeordnete hatten den Koalitionsvertrag aber auch kritisiert. Sie störten sich am enthaltenen Bekenntnis zur Schuldenbremse, die Kredite für notwendige Investitionen in Bildung, Gesundheit und Soziales verhindern würden. 

Neben der Abstimmung um den Koalitionsvertrag nominierte der Parteitag auch Kandidatinnen für die zwei Senatsposten, die der Partei zustehen. Fraktionschefin Kristina Vogt soll Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa werden. Die Abgeordnete Claudia Bernhard soll das Ressort für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz übernehmen. 

Die Verteilung der Senatsposten wurde im Koalitionsvertrag bestimmt. Die Grünen sollen drei Ressorts übernehmen, die SPD ebenfalls. Als stärkste Partei kann die SPD auch den Bürgermeister und Senatspräsidenten stellen. Der Landesfraktionschef der SPD, Andreas Bovenschulte, wird diesen Posten und damit die Nachfolge von Carsten Sieling voraussichtlich übernehmen.