Das Verteidigungsministerium will Kommandeuren militärischer Verbände mit einem Handgeld Spielraum für den Kauf von Ersatzteilen und Ausrüstungsgegenständen geben. "Ich bin persönlich der Überzeugung, dass wir auf Ebene der Verbände wieder mehr Entscheidungsfreiheit brauchen", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Thomas Silberhorn, bei einer Tagung der Führungsakademie der Bundeswehr. Tausende Vergabeverfahren könnten so hinfällig werden.

Jeder Bataillonskommandeur solle jährlich 25.000 Euro erhalten, hatte das Fachmagazin Europäische Sicherheit & Technik Ende Juli berichtet. Aus der Bundeswehr wurde immer wieder beklagt, dass einfachste Ausrüstung und Gebrauchsmaterialien beantragt werden müssten. Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels, hatte in seinem jüngsten Jahresbericht kritisiert, ein Bürokratiemonster behindere die Bundeswehr.

"Wir müssen ein Stück Verantwortung dorthin delegieren, wo geführt wird, und wir müssen auch die nötigen Ressourcen dazu geben", sagte Silberhorn zu den Handkassen. Zentralisierung bei der Beschaffung ermögliche zwar Transparenz und Steuerfähigkeit, müsse aber ausbalanciert werden. "Ich bin persönlich der Meinung, wir brauchen eine Koalition mit den Kommandeuren", sagte Silberhorn. "Ich will, das ist meine politische Vorgabe, zufriedene Soldaten."

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte erst dieses Woche während ihres Antrittsbesuchs beim Heer und beim Sanitätsdienst der Bundeswehr gesagt, Soldaten bräuchten "modernes und einsatzerprobtes Material", um ihre "Bereitschaft zum Dienen" gut umsetzen zu können. Die Truppe müsse "im Sinne ihrer Aufgaben" ausgestattet werden.