Am 26. August 2018 wurde in Chemnitz am Rande des Stadtfests der 35-jährige Daniel H. bei einem Streit erstochen. Ein syrischer Asylbewerber wurde am Donnerstag vom Landgericht Chemnitz wegen Totschlags zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt. Doch weder ist damit die rechtliche Aufarbeitung zu Ende – die Verteidigung hat angesichts der zweifelhaften Beweislage Revision eingelegt – noch die Aufarbeitung dessen, was damals folgte. Trauerbekundungen für Daniel H. schlugen in Ausschreitungen von Rechtsextremen und Hooligans um, Videos zeigten Gewalttaten und rassistische Übergriffe. Der umstrittene Begriff "Hetzjagden" auf vermeintliche Ausländer machte die Runde. Hans-Georg Maaßen, Chef des Verfassungsschutzes, widersprach der Einschätzung von Bundeskanzlerin Angela Merkel und verlor nach weiteren Volten seinen Posten. Johannes Grunert hat damals für ZEIT ONLINE aus Chemnitz berichtet und spricht über Fehler der Sicherheitsbehörden, darüber, was die Ausschreitungen mit der Chemnitzer Zivilgesellschaft gemacht haben – und wie sich die Ereignisse auf die Landtagswahl in Sachsen am kommenden Sonntag auswirken könnten.

Erst im vergangenen Monat zeigten Messungen, dass sich die Rodungen im Amazonasregenwald im Vergleich zum vergangenen Jahr teilweise vervierfacht haben. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro bestreitet den menschengemachten Klimawandel und ist Freund der Agrarlobby. Der ehemalige Offizier hat seit seinem Amtsantritt im Januar zuvor unberührten Gebieten den Schutzstatus entzogen und Wissenschaftler in Schlüsselpositionen gegen Ex-Militärs ausgetauscht. Doch nun wächst auch der internationale Druck auf ihn: Denn seit Wochen stehen im Amazonas enorme Gebiete in Brand. 70.000 Waldbrände hat es dort in diesem Jahr gegeben – fast doppelt so viele wie im gesamten Jahr 2018. Die Armee soll jetzt dabei helfen, die Zehntausenden verschiedenen Brandherde zu löschen. Auch beim G7-Gipfel waren die Brände Thema, doch ausländische Hilfe zur Brandbekämpfung hat Bolsonaro bisher abgelehnt. Alexandra Endres, Lateinamerika- und Umweltexpertin von ZEIT ONLINE, erklärt, was an den Amazonasbränden so fatal ist und wie aussichtsreich die Versuche der internationalen Staatengemeinschaft sind, Druck auf Brasilien auszuüben.

Und sonst so? Eine Million Euro verspricht eine Stadt demjenigen, der ihre Nichtexistenz beweisen kann.

Mitarbeit: Alexander Eydlin, Anne Schwedt
Moderation: Rita Lauter


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