Die EU-Kommission hat erstmals Regeln beschlossen, die Hersteller von Haushaltsgeräten dazu verpflichten, Umwelt und Klima besser zu schützen. So müssen Kühlschränke, Waschmaschinen, Fernseher und andere Geräte ab 2021 so konstruiert sein, dass sie leichter zu reparieren sind, wie die Brüsseler Behörde mitteilte. Sollten die Mitgliedsstaaten und das EU-Parlament keine Einwände haben, sollen die Regeln 2021 in Kraft treten.

Diese sehen vor, dass Ersatzteile für Produkte wie Kühlschränke, Waschmaschinen, Trockner und Geschirrspüler künftig noch Jahre nach dem Verkauf lieferbar sein müssen. Für Kühlschränke sollen nach Angaben der Kommission Einzelteile sieben Jahre nach Kauf des Geräts verfügbar sein, bei Waschmaschinen, Trocknern und Geschirrspülern sind zehn Jahre vorgesehen.

Hersteller müssen außerdem dafür sorgen, dass die Ersatzteile innerhalb von 15 Arbeitstagen geliefert werden. Zusätzlich sollen Kunden besser über Instandhaltung und Reparatur von Geräten informiert werden. All diese Maßnahmen sollen die Entwicklung hin zu einer "Kreislaufwirtschaft" fördern, teilte Kommissionsvize Jyrki Katainen mit. Neben der Umwelt würden davon auch Verbraucher und Unternehmen profitieren.

Die Kommission setzt damit eine Überarbeitung der sogenannten Ökodesign-Richtlinie an. Zuletzt wurde diese 2005 formuliert. Damals ging es in erster Linie um Vorgaben für den Energieverbrauch von Haushaltsgeräten, der auch für die künftige Richtlinie neu gekennzeichnet werden soll. 

Die EU-Kommission erhofft sich durch die Neuerungen enorme Einsparungen im Energiebereich. So soll der jährliche Stromverbrauch bis 2030 um 167 Milliarden Kilowattstunden sinken – etwa so viel wie der jährliche Bedarf von Dänemark. Am Ende stünden etwa 46 Millionen Tonnen weniger Kohlendioxid. Verbraucher sollen so im Schnitt 150 Euro pro Jahr sparen.

Stromverbrauch soll deutlich sinken

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) rechnet mit etwas geringeren Einsparungen, begrüßte aber die Pläne. Wegweisend seien diese Beschlüsse und ein wichtiger Wendepunkt in der Produktion und Nutzung von elektronischen Geräten, teilte die Naturschutzorganisation mit.

Der EU-Verbraucherverband BEUC lobte: "Es ist entscheidend, dass wir den derzeitigen Wegwerftrend in die Tonne treten, denn er verschwendet natürliche Ressourcen und zieht Verbrauchern das Geld aus der Tasche." Eine Wartezeit von drei Wochen auf Ersatzteile bei einer kaputten Waschmaschine sei für Familien allerdings zu lang, kritisierte der Verband. Zudem bemängelten die Verbraucherschützer, dass Teile und Bauanleitungen nur professionellen Handwerkern angeboten werden und nicht Privatleuten, die selbst aktiv werden wollen.