Keine Zusammenarbeit mit der AfD: Dieses klare Nein der Bundes-CDU in Bezug auf eine Kooperation mit der rechtspopulistischen Partei ist in Thüringen nach der Landtagswahl nicht ganz so klar. Die CDU war Ende Oktober auf dem dritten Platz gelandet, hinter Linkspartei und AfD. Eine Regierungsbeteiligung könnte die CDU nur in einer Koalition mit der Linken erreichen oder in einer Minderheitenregierung mit der FDP – toleriert von der AfD.

Und genau diese Art von Unterstützung hat der thüringische AfD-Fraktionschef Björn Höcke dem CDU-Landesvorsitzenden Mike Mohring angeboten. Und Michael Heym, stellvertretender Fraktionschef der Partei in Thüringen, wirbt offen für Gespräche mit der AfD. Ebenso wie insgesamt 17 CDU-Parlamentarier, die einen Aufruf unterzeichneten, der für eine Offenheit gegenüber der AfD wirbt. Zuletzt wurde Mohring, der direkt nach der Wahl zunächst für ein Bündnis mit der Linken warb, bei seiner Wiederwahl zum Fraktionschef empfindlich abgestraft. Mohring selbst hatte der Kooperation mit der AfD zwar eine Absage erteilt, nahm aber zuletzt jene CDU-Politiker in Schutz, die eine Öffnung der Partei nach rechts für debattenfähig halten. 

In dem Szenario einer möglichen Minderheitenregierung mit Tolerierung der AfD wäre diese zwar nicht direkt an der Macht, hätte aber durch die Hintertür Einfluss auf die politischen Geschicke Thüringens. Auch dem Richtungsstreit der CDU könnte das zusätzliche Brisanz verleihen: Auf Bundesebene bleibt die CDU bei ihrem Beschluss, eine Zusammenarbeit mit der AfD auszuschließen. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak nannte die Überlegungen in Thüringen "irre" und bezeichnete Björn Höcke als einen "Nazi".

Was denken Sie?

Wir möchten uns an die CDU-Mitglieder und -Wählerinnen in unserer Leserschaft wenden: Wie stehen Sie zu der Debatte in Thüringen? Denken Sie, dass das die Spannungen zwischen Bundes- und Landes-CDU verstärken wird? Und was halten Sie grundsätzlich vom Kurs der CDU?

Wir freuen uns, wenn Sie Ihre Meinung im Formular oder im Kommentarbereich schildern. Alternativ können Sie auch eine E-Mail an community-redaktion@zeit.de senden. Ausgewählte Beiträge möchten wir veröffentlichen, auf Wunsch gern anonym.

In diesem Kommentarbereich werden nur Antworten auf die oben gestellten Fragen veröffentlicht. Bitte nutzen Sie zur Diskussion über verwandte Themen die Kommentarbereiche unter den entsprechenden anderen Texten auf ZEIT ONLINE.