10.000 Soldaten auf den Straßen, Hunderttausende Demonstrantinnen und Demonstranten allein in der Hauptstadt Santiago, über 1.500 Festnahmen und mehr als 20 Tote: Chile erlebt eine schwere Krise. Präsident Sebastián Piñera hat angesichts der anhaltenden Unruhen im Land die UN-Klimakonferenz im Dezember abgesagt. Ausgelöst wurden die Proteste zwar durch die Erhöhung der Fahrpreise des Nahverkehrs, aber es steckt mehr dahinter: Die Protestbewegung fordert eine Renten- und Verfassungsreform sowie tiefgreifende Änderungen am Wirtschaftssystem Chiles. Staatspräsident Piñera konnte die andauernden Demonstrationen auch mit einer Reihe sozialer Maßnahmen und einer Kabinettsumbildung nicht beenden. Warum die Maßnahmen des Staatspräsidenten der Bevölkerung nicht reichen und manche Chileninnen sogar Vergleiche mit der Pinochet-Diktatur ziehen, erklärt ZEIT-Redakteur Thomas Fischermann.

Diese Woche steht  die Halbzeitbilanz der großen Koalition an. Doch in einem wichtigen Punkt, herrscht Uneinigkeit zwischen den Regierungsparteien. Seit Monaten verhandeln CDU, CSU und SPD über die Grundrente. Eigentlich sollte heute beim Koalitionsausschuss ein Kompromiss gefunden werden. Aber die Sitzung wurde kurzfristig um eine Woche verschoben. Einigkeit besteht in einer Sache: Alle, die 35 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, sollen eine Rente zehn Prozent oberhalb der Grundsicherung bekommen. Strittig ist aber die Ausgestaltung: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und die SPD wollen dies unabhängig von der Einkommenssituation der Betroffenen machen, sodass möglichst viele Rentner von der neuen Leistung profitieren. Die Union besteht dagegen auf einer Prüfung der finanziellen Bedürftigkeit. Ferdinand Otto aus dem Politikressort von ZEIT ONLINE erklärt, warum das Thema Grundrente so brisant ist.

Und sonst so? Einigkeit und Recht und der Zukunft zugewandt.

Mitarbeit: Alena Kammer, Mathias Peer
Moderation: Ole Pflüger

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