"Arbeitsfähig und arbeitswillig" – so beschreibt die Kanzlerin die große Koalition von Union und SPD. Ihr Beleg: die Halbzeitbilanz. Immerhin zwei Drittel der Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag haben sie in der Hälfte der Legislaturperiode geschafft. Doch die Außenwirkung? Lisa Caspari, stellvertretende Leiterin des Politikressorts von ZEIT ONLINE, findet, die Koalitionäre wirken trotz der soliden Bilanz, als gingen sie jeden Tag zum Schafott. Und war zunächst diese Bilanz selbst die Sollbruchstelle, damit die  Sozialdemokraten sich überhaupt zu einem weiteren Bündnis mit der Union bereit erklärten, gibt es nun eine neue: Die Grundrente. Am Sonntag treffen sich beide Seiten erneut, um einen Kompromiss zu finden. Zwar sind sie sich grundsätzlich einig, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die 35 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben, eine Rente zehn Prozent oberhalb der Grundsicherung erhalten sollen. Doch die SPD will nicht, dass sich die Antragsteller dafür einer Überprüfung unterziehen müssen, ob sie wirklich bedürftig sind – obwohl die SPD einer solchen Prüfung im Koalitionsvertrag ursprünglich zugestimmt hat. Davon, wer sich durchsetzt, hängt auch ab, wie groß der Empfängerkreis wird – und was das kostet, also wie viel andere Beitragszahler und die jüngeren Generationen für die Grundrente bezahlen müssen. 

Eine Pressekonferenz hat damals die Weltgeschichte verändert. Am 9. November 1989 verkündete das Politbüro-Mitglied Günter Schabowski eher aus Versehen: Die Berliner Mauer wird geöffnet. Dass es so weit kam, dass aus zwei deutschen Staaten einer wurde, ist einer Bürgerbewegung zu verdanken, die mit Friedensgebeten anfing, bis es zu immer größeren Montagsdemonstrationen kam, denen die DDR-Staatsmacht schließlich nichts mehr entgegensetzte. Nun, 30 Jahre später, wird in zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen und Festakten an die friedliche Revolution der Ostdeutschen erinnert. In Berlin ist allerdings "der große Kitsch" ausgebrochen, wie Dirk Peitz, stellvertretender Leiter des Kulturressorts von ZEIT ONLINE, kritisiert.

Und sonst so? Wer weniger arbeitet, ist glücklicher – und produktiver.

Mitarbeit: Sophia Hofer, Christina Felschen
Moderation: Rita Lauter

Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier. Sie erreichen uns per Mail unter wasjetzt@zeit.de.