Ein Investitionsprogramm, ein höherer Mindestlohn und Nachbesserungen am Klimapaket – der Parteitag der SPD am Wochenende hat einen ersten Eindruck davon gegeben, wie die SPD künftig regieren will. Mit den Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans und dem neuen Vize Kevin Kühnert soll es vor allem linker und radikaler werden. Mit einer Abkehr von Hartz IV soll die Agenda 2010 ihres früheren Bundeskanzlers Gerhard Schröder in zentralen Punkten überwunden werden. Hartz IV soll es nicht mehr geben – sondern ein Bürgergeld mit weniger Sanktionsmöglichkeiten. Die SPD fordert zudem eine Kindergrundsicherung von mindestens 250 Euro für jedes Kind pro Monat und eine Bürgerversicherung in der Pflege. Nachbesserungen am bisherigen Koalitionskurs will die SPD zur Voraussetzung für einen Verbleib in der Koalition machen. Lisa Caspari aus der Politikressortleitung von ZEIT ONLINE erklärt im Gespräch mit Erica Zingher, was die SPD in Gesprächen mit der Union überhaupt holen kann oder ob es nicht eigentlich vorprogrammiert ist, dass Esken und Walter-Borjans einen Teil ihrer Anhängerschaft enttäuschen werden.

Präsident Wolodymyr Selenskyj und Wladimir Putin treffen am Montag bei dem Gipfel im sogenannten Normandie-Format erstmals persönlich aufeinander. Das von Deutschland und Frankreich vermittelte Vierer-Treffen, an dem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teilnimmt, soll – so die Hoffnung – den seit 2014 herrschenden Konflikt zwischen der Ukraine und den prorussischen Separatisten im Osten des Landes entschärfen. Die Ukraine will unter anderem die Kontrolle über den ukrainisch-russischen Grenzabschnitt zurück, der von prorussischen Separatisten kontrolliert wird. Diese werden von der russischen Regierung unterstützt. Ein Friedensplan, der 2015 in Minsk festgelegt wurde, liegt auf Eis. Simone Brunner ist freie Autorin für ZEIT ONLINE und erklärt, ob es nach fünf Jahren Krieg in der Ukraine und Besetzung auf der Krim überhaupt einen Neustart geben kann und welche Rolle Selenskyj beim Normandie-Treffen einnehmen wird.

Und sonst so? Beethovens Unvollendete wird vollendet.

Mitarbeit: Alena Kammer, Mathias Peer
Moderation: Erica Zingher

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