Mit der Billigung des Brexit-Vertrags durch das EU-Parlament war die letzte Hürde geschafft. Nun ist es so weit: Großbritannien verlässt die EU. Wie macht sich das bemerkbar? Erst mal merken die Bürgerinnen und Bürger nichts davon. Am 1. Februar beginnt eine Übergangsphase: Bis Ende 2020 bleibt für Bürger und Unternehmen vorerst alles beim Alten. Binnen weniger Monate muss in einem Freihandelsabkommen alles neu geregelt werden, was für Großbritannien bislang als EU-Mitglied selbstverständlich war: Handel, Zollfreiheit, die Regeln fürs Reisen und Umziehen, Sicherheit, Datenschutz, Klimaschutz – und Hunderte weitere Fragen. Premierminister Boris Johnson hatte eine Verlängerung dieser Phase abgelehnt. Größter Streitpunkt bei den Verhandlungen dürfte die Frage sein, wie stark der Zugang Großbritanniens zum EU-Binnenmarkt sein wird. Bei vollem Zugang mit all seinen Vorteilen müssen auch die Bedingungen der EU erfüllt werden; genau das will Johnson aber unterlaufen. Wie sich das auf die Wirtschaft auswirkt, das analysiert Marcus Gatze, Leiter im Ressort Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bei ZEIT ONLINE.

Neben den wirtschaftlichen Folgen hat der Brexit auch gesellschaftliche: Mit dem EU-Austritt passiert nun das, was sich viele Britinnen und Briten gewünscht, andere hingegen gefürchtet haben. Dem Brexit sind viele politische Kämpfe vorausgegangen. 2016 stimmte eine knappe Mehrheit der britischen Bevölkerung für den EU-Austritt, während 62 Prozent der Schotten dagegen votierten. Das schottische Parlament fordert deshalb ein neues Unhabhängigkeitsreferendum, das Johnson konsequent ablehnt. Wie wirken sich die polarisierenden Ansichten auf die Stimmung in der britischen Bevölkerung aus? Darüber spricht Moderator Ole Pflüger mit Bettina Schulz, freie Autorin in Großbritannien für unter anderem DIE ZEIT und ZEIT ONLINE.  

Mitarbeit: Andrea Buhtz, Anne Schwedt
Moderation: Ole Pflüger

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