2017 ließ das Innenministerium den Betreiberverein der Internetplattform linksunten.indymedia verbieten. Der Grund: Mitglieder der linksextremen Szene sollen sich dort über gewalttätige Protestpläne ausgetauscht haben. Die Subdomain des Netzwerks Indymedia, das jedem ein anonymes Veröffentlichen von Inhalten ermöglicht, sei "die zentrale Kommunikationsplattform im Bereich des gewaltbereiten Linksextremismus" in Deutschland, schrieb das Innenministerium zur Begründung. Den Ausschlag zum Verbot gaben damals die Krawalle beim G20-Gipfel in Hamburg. Die Frage, wie rechtens das Verbot gewesen ist, wurde jedoch nicht endgültig geklärt. So argumentiert die Anwältin der mutmaßlichen Betreiber, in den Ermittlungsakten weise nichts auf ihre Mandanten hin. Auch die Organisation Reporter ohne Grenzen kritisierte, ein journalistischer Blog sei durch das Innenministerium bewusst zum Verein erklärt worden, um ihn verbieten zu können. Heute soll die Frage, ob die Behörden für das Verbot Recht gebeugt haben, von dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden werden. Bei einer Demonstration gegen das Verbot kam es am Freitag in Leipzig zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. ZEIT-ONLINE-Investigativjournalist Henrik Merker spricht über die Hintergründe des Prozesses.


Das neuartige Virus 2019-nCoV wurde nun erstmals bei einem Patienten in Deutschland nachgewiesen. Der Mann aus Bayern hatte sich bei einer chinesischen Kollegin angesteckt, nach Angaben der Ärzte geht es ihm gut. Dennoch schauen viele mit Sorge auf das Virus: Die chinesische Regierung hat in einer drastischen Maßnahme 56 Millionen Menschen unter Quarantäne gestellt und lässt massiv Ärzte in das Gebiet um Wuhan einfliegen, um die Verbreitung zu stoppen. Manche Staaten bereiten Evakuierungen für ihre Staatsbürger vor, die sich in Wuhan aufhalten, auch die Bundesregierung prüft eine Rückholaktion. Doch längst sind Patienten in ganz China und 17 weiteren Ländern betroffen. Das neuartige Coronavirus scheint zwar wesentlich harmloser zu sein als der Erreger von SARS, der 2002 und 2003 fast 800 Menschen getötet hatte. Doch neue Untersuchungen weisen darauf hin, dass er dafür umso ansteckender ist. Jakob Simmank aus dem Wissensressort von ZEIT ONLINE spricht über die neuesten Entwicklungen zum Virus und darüber, welche Schutzmaßnahmen sinnvoll sind.

Und sonst so? Ein bekannter Insektenforscher schlägt eine ungewöhnliche Nutzung von Ameisen vor.

Mitarbeit: Alexander Eydlin
Moderation: Mounia Meiborg

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