Die Regierungsbildung in Thüringen ist derzeit eine wackelige Angelegenheit. Mit der letzten Landtagswahl haben sich die Machtverhältnisse im mitteldeutschen Freistaat deutlich verschoben. Die ehemaligen Volksparteien CDU und SPD haben dramatisch an Stimmen verloren, die AfD konnte hingegen ihre Sitze verdoppeln. Und trotz des historischen Wahlsiegs der Linken reicht es nicht mehr für eine mehrheitsgestützte rot-rot-grüne Regierung. Wer also soll Thüringen regieren? Wagemutige und kuriose Kombinationen wurden diskutiert – von einer Koalition zwischen CDU und Linke bis hin zu einer "Projektregierung". Am Ende entschieden sich Linke, SPD und Grüne trotz fehlender Mehrheit erneut zu koalieren. Der Koalitionsvertrag steht, doch wird das Demokratieexperiment funktionieren? Für die Umsetzung von Gesetzesvorhaben sind Rot-Rot-Grün auf die Unterstützung der Opposition von FDP und CDU angewiesen. Das dies nicht einfach wird, zeigen allein schon die Kämpfe um die Wahl zum Ministerpräsidenten: Am Mittwoch will sich Bodo Ramelow zur Wiederwahl stellen. Die FDP und AfD haben bereits angekündigt, eigene Gegenkandidaten ins Rennen zu schicken. Die CDU hingegen will wegen eines umstrittenen Paragrafen in der Wahlordnung vor das Landesverfassungsgericht ziehen. Wie sehen die Chancen für Ramelow aus? Und welche Erfolgsaussichten hat die geplante Minderheitsregierung? Über das Demokratielabor Thüringen spricht Erica Zingher mit Michael Schlieben, politischer Korrespondent bei ZEIT ONLINE. 

Wer von den Demokraten fordert Präsident Donald Trump bei der nächsten US-Wahl heraus? Die Suche nach der geeigneten Kandidatin oder Kandidaten ist in den USA schon seit jeher ein langwieriger Prozess. Dagegen wirkte das Casting um die SPD-Spitze beinahe kurz und spritzig. Seit einem Jahr läuft bei den Demokraten das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur. In zahlreichen TV-Duellen standen sich Joe Biden, Bernie Sanders, Elizabeth Warren und Co. gegenüber und haben um die Gunst in der Partei gebuhlt. Nun starten elf der vormals 29 Demokratinnen und Demokraten in die Vorwahlen: Den Auftakt macht Iowa. In dem US Bundesstaat im Mittleren Westen leben zwar nur drei Millionen Menschen, dennoch sind ihre Stimmen im Vorwahlkampf von besonderem Gewicht. Zudem holte der Sozialist Bernie Sanders in den Umfragen in den letzten Wochen stark auf. Könnte er die Vorwahl in Iowa gewinnen? Und was würde das für den weiteren Verlauf des US-Wahlkampf bedeuten? Über die Eigenheiten des Vorwahlkampfes und ob die US-Bevölkerung in Iowa sich überhaupt dafür interessiert, spricht Jörg Wimalasena, USA-Korrespondent von ZEIT ONLINE.

Und sonst so? Mit dem Hashtag #JeNeSuisPasUnVirus (Ich bin kein Virus) wehren sich als asiatisch bezeichnete Menschen gegen die rassistische Stigmatisierung in der Hysterie um das neuartige Coronavirus.

Mitarbeit: Sophia Hofer, Anne Schwedt
Moderation: Erica Zingher

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Korrekturhinweis: In einer vorherigen Version dieses Textes hatte es geheißen, die geplante Regierung in Thüringen sei die erste Minderheitsregierung Deutschlands. Das ist falsch. Tatsächlich hat es auf Landesebene schon mehrere Minderheitsregierungen gegeben – unter anderem 1994 in Sachsen-Anhalt unter Reinhard Höppner. Wir haben den Fehler korrigiert.