Es war eine ungleiche Jagd, die sich Prinzessin Latifa Al Maktum und ihre Familie im Februar 2018 lieferten: Die damals 32-Jährige versuchte, vor ihrem Vater Mohammed bin Rashid Al Maktum, dem Herrscher Dubais, mit Autos, Jetskis und einer Yacht aus dem Emirat am Golf zu fliehen. Doch 30 Seemeilen vor der indischen Küste fingen die Sicherheitsbehörden sie wieder ein. Auch Unterstützer, die sich mit einer Kampagne namens #FreeLatifa für ihre Befreiung einsetzten, gerieten daraufhin offenbar in das Visier der Autokraten.
Eine Recherche des Pegasus-Projekts, einem Zusammenschluss von 17 Medien unter der Führung des Vereins Forbidden Stories bestätigt nun: Das Handy mindestens eines zentralen Unterstützers der Prinzessin wurde offenbar mit einer der mächtigsten Cyberwaffen der Welt attackiert, der Spionagesoftware Pegasus – und zwar erfolgreich. Darauf deuten technische Analysen von Amnesty International hin, die dem Recherchekonsortium vorliegen. Die Experten des Security Labs der Menschenrechtsorganisation fanden Spuren des Programms auf dem iPhone des britischen Menschenrechtsanwalts und #FreeLatifa-Aktivisten David Haigh.