Die Mehrheit der Menschen in Deutschland ist vor dem Hintergrund steigender Energiepreise für ein Tempolimit von 130 Stundenkilometern auf Autobahnen. In einer Befragung von YouGov unter mehr als 2.000 Menschen über 18 Jahren äußerten sich 57 Prozent der Befragten zustimmend, 33 Prozent gaben an, gegen ein Tempolimit zu sein. Zehn Prozent waren demnach unschlüssig.

Die meisten Befürworter eines Tempolimits sind laut der Umfrage unter den Anhängern der Grünen (87 Prozent) zu finden, gefolgt von denen der SPD (72 Prozent). Die meisten Gegner eines Tempolimits gibt es unter den FDP-Anhängern, von denen sich 52 Prozent ablehnend äußerten.

Frauen sind der Umfrage zufolge eher für ein Tempolimit als Männer (62 Prozent zu 52 Prozent). Zudem sind Ältere laut Umfrage eher für eine Geschwindigkeitsbegrenzung als Jüngere. 

Lindner: "Einfluss auf das Klima wäre marginal"

Im Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP heißt es auf Druck der Liberalen: "Ein generelles Tempolimit wird es nicht geben." Wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine werden aber immer mehr Stimmen laut, die ein solches Tempolimit fordern, um das Klima zu schützen und dank Einsparungen beim Spritverbrauch auch schneller unabhängig von russischem Öl zu werden.

Bundesfinanzminister und FDP-Chef Christian Lindner spricht sich jedoch weiter strikt gegen ein generelles Tempolimit auf Autobahnen aus. "Der Einfluss auf das Klima wäre marginal", hatte er der Nachrichtenagentur Reuters gesagt. Es gebe im Verkehr schon Verhaltensänderungen durch die hohen Spritpreise. "Insofern ist das eine symbolhafte Debatte. Ich kann nur warnen, Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag jetzt mit dem Argument des Kriegs zur Disposition stellen zu wollen. Das bringt uns nicht weiter."

Die Wirtschaftsweisen hatten zuletzt empfohlen, langsamer zu fahren, Fahrgemeinschaften zu bilden und öfter den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. In der Ampel-Regierung dringen vor allem die Grünen auf eine generelle Geschwindigkeitsbeschränkung auf Autobahnen