Ein internes Strategiepapier belegt, wie akribisch die FDP das Regierungsende plante und welch Militärjargon sie nutzte. Das Dokument widerspricht führenden Liberalen.
Die FDP hat laut Recherchen von DIE ZEIT und Süddeutscher Zeitung gezielt das Ende der Ampelregierung vorbereitet, was von Spitzenvertretern der Partei nicht dementiert, aber die Verwendung des Begriffs D-Day in Frage gestellt wurde. Interne Dokumente belegen die akribische Vorbereitung des Koalitionsbruchs in vier Phasen, inklusive eines vorformulierten Statements für Christian Lindner. Die FDP soll bereits im Oktober ein Szenario für den Ausstieg ausgearbeitet haben, das in einer internen Chatgruppe geteilt wurde. Die Partei bestreitet die Existenz solcher Papiere, fordert jedoch Beweise. Geplant war ein inszenierter Ausstieg, der in einem "offenen Feldschlacht" gipfeln sollte, um die Hoheit über die Kommunikation zu behalten.
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Wie gezielt hat die FDP das Ende der Ampelregierung vorbereitet? Vor knapp zwei Wochen haben DIE ZEIT und Süddeutsche Zeitung ausführliche Recherchen über einen Plan der FDP veröffentlicht, die Bundesregierung platzen zu lassen. Seitdem haben sich viele Spitzenvertreter der Partei zu Wort gemeldet. Den Kern der Recherche – die systematische Vorbereitung des Koalitionsbruchs – dementierten sie nicht, stellten aber die Verwendung des Begriffs D-Day infrage.
So sagte etwa FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai dem Fernsehsender n-tv, der Begriff D-Day sei nie benutzt worden. "Das ist falsch und was der FDP medial unterstellt wird, ist eine Frechheit." Auch die Vorsitzende der Jungen Liberalen, Franziska Brandmann, sagte dem Spiegel, nach ihrem Kenntnisstand sei das Wort D-Day nie verwendet worden: "Ich kenne alle Personen, die bei den Gesprächen dabei gewesen sein sollen. Und ich habe mit diesen Personen gesprochen und (…) alle von denen haben mir gegenüber klargemacht, dass sie davon nichts gewusst haben und dass sie das nicht gesagt haben."