Iranische Angaben bei Atomenergiebehörde fragwürdigIran hat nach Informationen der ZEIT bei den Angaben über die Herkunft von Plutonium möglicherweise gelogen. Der ZEIT liegen interne Dokumente der Internationalen Atomenergieagentur IAEA vor, die eine derartige Vermutung stützen. "Das beginnt mit den Mengen gewonnenen Plutoniums, die oberhalb des Mikrogrammbereichs liegen, und setzt sich fort mit der Arbeit an Neutronenquellen, die man für den Bombenbau braucht. Irans Story, verdächtige Spuren hochangereicherten Urans seien nur eine Verschmutzung gebrauchter Zentrifugen, ist überdies fadenscheinig", schreibt das Blatt und beruft sich auf die IAEA-Papiere.Ein besseres Zeugnis bekommt Libyen, "das offenbar auch über ein Kernwaffenland informierte, mit dem es unter einer Decke steckte; infrage kommen China und Russland". Außerdem hätten libysche Chemiker den hochgefährlichen Kernsprengstoff Plutonium gewonnen, "aber im Sub-Mikrogrammbereich", wie es in der ZEIT heißt.Rürup warnt vor neuer Klagewelle / Freibeträge für Betriebsrentner wären rechtswidrigDer Regierungsberater und Wirtschaftsweise Bert Rürup hat die rot-grüne Bundesregierung vor Korrekturen an der geplanten Besteuerung von Betriebsrenten gewarnt. Verschiedene Abgeordnete der SPD und der Grünen hatten vorgeschlagen, bei der geplanten Rentenbesteuerung Freibeträge für Betriebsrentner einzuräumen. Dies entspreche "nicht den Vorgaben des Verfassungsgerichts", warnte Rürup im Gespräch mit der ZEIT. Die Richter hätten die steuerliche Gleichbehandlung von Renten und Pensionen erzwingen wollen. Die Freibeträge würden vermutlich "viele neue Verfassungsklagen von Beamten provozieren".Rüttgers wirbt für Schwarz-GrünIn der Diskussion über schwarz-grüne Koalitionen hat sich erneut ein führender Vertreter der Union für ein derartiges Bündnis ausgesprochen. Der CDU-Oppositionsführer in Nordrhein-Westfalen und stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Jürgen Rüttgers sagt der ZEIT: "Schwarz-Grün liegt in der Luft, aber das politische Projekt, das sich aus dieser neuen Konstellation entwickeln könnte, ist noch nicht formuliert."Rüttgers fordert im Jahr 2005 bei den Landtagswahlen an Rhein und Ruhr die seit Jahrzehnten regierende SPD heraus. "Im Jahr 2000 hatte Wolfgang Clement drei Optionen: Grüne, FDP und CDU", erinnert sich Rüttgers und fährt fort: "Jetzt habe ich drei Optionen. Das eröffnet mir ein großes Maß an Freiheit."In Köln arbeitet seit einem Jahr eine schwarz-grüne Koalition, im nordrhein-westfälischen Mühlheim gab es 1994 die erste schwarz-grüne Koalition in einer Großstadt.Krebsliga Schweiz gegen Darmspiegelung für jedermannDie Schweiz lehnt im Gegensatz zur deutschen Praxis generelle Darmspiegelungen zur Vorbeugung gegen Darmkrebs ab. Wenige Tage vor Beginn des Deutschen Krebskongresses am Freitag in Berlin distanziert sich die Krebsliga Schweiz nach Informationen der ZEIT von den regelmäßigen Untersuchungen für Personen, die älter sind als 55 Jahre; in Deutschland werden solche Untersuchungen seit Oktober 2002 von den Kassen bezahlt. Statt dessen wollen die Schweizer nur besonders krebsgefährdete Patienten mit der Methode untersuchen lassen.Zur Begründung verweisen die Schweizer laut ZEIT darauf, dass die Untersuchung mit einem Schlauch unangenehm, teuer, aufwändig und in seltenen Fällen auch gefährlich sei. Es kann zu Blutungen kommen, wenn der Schlauch den Darm verletzt, oder zu Infektionen durch andere Patienten. Außerdem sei die Gefahr an Darmkrebs zu sterben nicht so hoch, wie die Zahl von 60.000 Diagnosen pro Jahr vermuten lasse.Direktor des Max-Planck-Instituts Baltes: Universitätsbonus als Lösung in der Elite-DebattePaul B. Baltes, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, spricht sich im Rahmen der Elite-Debatte für einen Universitätsbonus für erfolgreich eingeworbene Fördermittel aus. "Ich plädiere für ein überzeugend einfaches Verfahren: einen Universitätsbonus bei der Vergabe von Fördermitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ... Es handelt sich um einen Betrag, der auf die Summe des Forschungsprojektes aufgeschlagen wird. Dieses Geld kommt zunächst nicht dem Forscher direkt zugute, sondern dem Haushalt seiner Universität", schreibt Baltes in der ZEIT.Sein Vorschlag, so Baltes, unterscheide sich von den anderen Modellen darin, dass das Förderungsinstrument des DFG-Universitätsbonus fair sei, aber nicht nach dem Gießkannenprinzip arbeite. "Es basiert auf dem Prinzip der Chancengleichheit, in seiner Realisierung trägt es aber zu leistungsbezogener Differenzierung bei – und ist daher elitefördernd."Paul Baltes: "Der Overhead bei erfolgreicher DFG-Antragsstellung ist der demokratische Königsweg. Er zielt auf die Stärkung der universitären Infrastrukturen, nicht auf mehr Forschung, sondern auf bessere Forschungsbedingungen. Und er ist einfach."Otto Mühl: "Österreicher zu sein ist eine Beleidigung"Kurz vor der Eröffnung einer großen Retrospektive seiner Werke im Wiener Museum für Angewandte Kunst rechnet der umstrittene österreichische Aktionskünstler und Kommune-Gründer Otto Mühl mit seiner Heimat ab. In der ZEIT sagt der 79-Jährige: "Wenn ich in Amerika wäre, wäre ich Millionär. In Österreich erlebe ich nur noch alpine Verkrüppelung: Haider, das Volkstanzen, die weißen Stutzen, die Lederhosen, das Jodeln, das wird immer nur noch schlimmer. Und der Schüssel! Das ist widerlich. Alles. Alles!! Alles!!! ... In Wien gibt’s doch gar keine interessanten Leute mehr. Sind doch alle emigriert. Freud wollte auch kein Österreicher sein. Ich komme mir vor wie ein Jude. Geistiger Jude. Die Österreicher sind alle Idioten. Ein Drittel Nazi. Die Ewiggestrigen. Wirklich ein komisches Land. Ich krieg geradezu einen Ekel. Österreicher zu sein ist eine Beleidigung."Otto Mühl, in den 60er Jahren einer der Mitbegründer des Wiener Aktionismus, hatte 1972 eine Kommune gegründet, in der freie Sexualität praktiziert wurde. 1991 wurde er wegen Drogenmissbrauch, Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Seit seiner Haftentlassung lebt er in einer Kleinkommune in Portugal. Das Urteil will der vor Gericht geständige Mühl immer noch nicht akzeptieren: "Der Anwalt hat uns geraten, alles zu gestehen. Ich bin kein Kinderschänder. Das ist doch Blödsinn. Das waren alles entwickelte Mädchen ... Mir tut es leid, dass sie alle so zerstört worden sind. Sie sind mehr Opfer der Auflösung der Kommune als Opfer der freien Sexualität." Die Kommune sei freilich an seinem Größenwahn gescheitert. Dass die Ausstellung seiner Werke umstritten ist und seine Opfer dagegen protestieren wollen, lässt den Künstler kalt: "Dass mir einer das Küchenmesser reinrammt, hätte ich nicht so gerne. Aber mit der Kunst können sie machen, was sie wollen. Ist ja versichert."Regisseur Minghella opferte Freundschaften für "Cold Mountain"Anthony Minghella, Regisseur des für sieben Oscars nominierten Films "Unterwegs nach Cold Mountain", sehnt sich nach einem ruhigeren Leben: "An diesem Februartag sind meine Tagträume erfüllt mit der Vorstellung eines ganz anderen Lebens. All diese Träume haben mit Zurückgezogenheit zu tun. Ich träume davon, nicht sprechen zu müssen. Zugang zu einem Klavier zu haben. Zu meinem zivilen Leben zurückzukehren, als Vater, Ehemann, Freund – all diese Dinge, die ich völlig vernachlässigt habe, während ich mit einer so aufreibenden Filmproduktion wie Cold Mountain beschäftigt war."Das Bürgerkriegs-Epos "Unterwegs nach Cold Mountain" mit Nicole Kidman und Jude Law gilt als einer der Favoriten bei der Oscar-Verleihung am kommenden Sonntag. Minghella hat über vier Jahre lang an dem Film gearbeitet. "Man verschiebt sehr viel Verantwortung, wenn man einen Film macht. Man kann sich nicht um alles kümmern, und so opfert man am ehesten die wichtigsten Dinge im Leben, Freundschaften zum Beispiel – einfach, weil sie nicht so laut protestieren. Das bin ich: ein gefallener Katholik. Schuld. Schuld. Schuld. Schuld", so der 50-jährige auf der britischen Isle of Wight geborene Sohn italienischer Eltern.Minghella wünscht sich ein Leben mit weniger Zwängen: "Der Zwang zur Klarheit, der mit einem großen Film mit großem Budget einhergeht, löst bei mir einen gewissen Trotz aus. Vermutlich sind die meisten Träume ein Gegenmittel, eine Argumentation gegen das eigene Ich. Ich bin zum Beispiel fasziniert von einer Art des Schreibens, die niemandem gefallen will. Ich bin fasziniert von der Vorstellung, diesem Trotzimpuls nachzugeben und jegliches anständige Verhalten abzuschütteln, in jeder Hinsicht." Für Rückfragen melden Sie sich bitte bei Elke Bunse oder Iljane Weiß, ZEIT-Presse-und Öffentlichkeitsarbeit, (Tel.: 040/ 3280-217, Fax: 040/ 3280-558, e-mail: bunse@zeit.de bzw. weiss@zeit.de ) gern zur Verfügung.