Risikoforscher: Auch Europa durch Tsunamis gefährdet

Europa kann sich nach Ansicht des Risikoforschers Gerhard Berz nicht vor einem Tsunami sicher fühlen, wie er jetzt Asien getroffen hat. "Im Mittel-atlantischen Rücken gibt es starke vulkanische Aktivität. Auch wenn es dort zu einem Meteoriteneinschlag kommt, könnte das bei uns eine gewaltige Flutwelle auslösen", warnt der langjährige Leiter der Abteilung "GeoRisikoForschung" der Münchner Rückversicherung in der ZEIT. Er fordert den Aufbau eines Früh-warnsystems: "Dafür sollte man schnell ein weltweites Warnnetz installieren und auch den Atlantik nicht vergessen", erklärt Berz.

Seiner Meinung nach werden die Gefahren von Naturkatastrophen gerne verdrängt. Dabei sei es "nur eine Frage der Zeit, bis ein starkes Beben direkt unter einer Millionenstadt wieder mehrere hunderttausend Todesopfer fordert", sagt Berz.

Als besonders bedroht sieht der Risikoforscher beispielsweise Istanbul: "Wir wissen, dass die Erdbebenherde in Kleinasien im vergangenen Jahrhundert immer weiter nach Westen gewandert sind. Das letzte Erdbeben 1999 in Izmit kam Istanbul schon nahe. Die Wahrscheinlichkeit ist relativ groß, dass der nächste große Rums unmittelbar vor Istanbul stattfindet."

Auch im Großraum Köln oder im Oberrheintal drohten bei einem mittelstarken Erdbeben Milliardenschäden. "Man kann in keiner Weise sagen, dass wir solche Risiken im Griff hätten", erklärt Berz.

Bildungsexperte macht verfehlte Einwanderungspolitik für schlechtes Pisa-Ergebnis verantwortlich

Der Leiter der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung IGLU, Wilfried Bos, macht unter anderem "30 Jahre verfehlte Einwanderungspolitik" für das schlechte Abschneiden Deutschlands bei der Pisa-Studie verantwortlich. "Dafür zahlen wir jetzt den Preis", sagt der Hamburger Erziehungswissenschaftler der ZEIT. Die Sprachförderung von Einwandererkindern in deutschen Schulen sei noch immer unzureichend.