Auf arabisch und türkisch: DIE ZEIT veröffentlicht Aufruf der deutschen Muslime zur Freilassung von entführter Reporterin Sgrena Zum ersten Mal erscheint in der ZEIT ein Text in deutscher, türkischer und arabischer Sprache. Die Wochenzeitung DIE ZEIT veröffentlicht in ihrer neuesten Ausgabe einen Aufruf der drei wichtigsten Verbände der Muslime in Deutschland zur Freilassung der entführten ZEIT-Mitarbeiterin Giuliana Sgrena. Der Aufruf im Wortlaut: Giuliana Sgrena, die Reporterin der Wochenzeitung DIE ZEIT und der italienischen Tageszeitung il manifesto ist am Freitag in Bagdad von einer Gruppe, die sich "Islamischer Dschihad" nennt, entführt worden. Wir Muslime in Deutschland verurteilen die Entführung aufs Schärfste und fordern die sofortige und bedingungslose Freilassung von Giuliana Sgrena. Ihre Reportagen sind durch eine tiefgehende Sympathie für das irakische Volk gekennzeichnet. Ihre Solidarität als Journalistin gilt der leidenden irakischen Zivilbevölkerung, die im Zentrum vieler Ihrer Reportagen stand. Die Entführung von unbeteiligten Journalisten ist ein Verstoß gegen Kriegsrecht, Völkerrecht und Menschenrecht. Sie ist auch nicht vereinbar mit den Werten des Islams. Im Islam gibt es keine Entschuldigung für Terror und Gewalt gegen Unschuldige. Wer immer solche Taten verübt, findet im Islam keine Rechtfertigung. Die Verbände der Muslime in Deutschland rufen die Muslime im Irak und in der ganzen Welt auf, sich gegen den Terrorismus und für die Freilassung von Giuliana Sgrena einzusetzen. Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland / Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB) / Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V. Eichel: Kein Geld für SteuersenkungenFinanzminister Hans Eichel sträubt sich gegen weitere Steuersenkungen für Unternehmen. "Wir haben schon jetzt die zweitniedrigste Steuerquote in der Europäischen Union, nur die Slowakei liegt niedriger. Angesichts der Verschuldung der öffentlichen Haushalte gibt es keinen Spielraum für weitere Steuersenkungen", sagt Eichel in der ZEIT. Zudem sei für ihn nicht erkennbar, "dass die Union im Bundesrat mitziehen würde", so der Finanzminister. "Frau Merkel versucht hier ein Thema hochzuziehen, ohne dass sie selbst ein vernünftiges, Europa-taugliches Konzept hätte. Das ist unverantwortlich. Damit ist einfach keine Politik zu machen." Eichel spricht sich auch gegen eine höhere Mehrwertsteuer aus – und stellt sich damit gegen Forderungen aus der eigenen Partei oder von Wissenschaftlern wie dem Wirtschaftsweisen Bert Rürup. "Wenn überhaupt eine Diskussion, dann um den Abbau von Steuervergünstigungen und nicht um eine Erhöhung der Mehrwertsteuer", sagt der Finanzminister.Umweltverbände nennen Trittins Umweltpolitik "substanzlos"So scharf wie nie zuvor haben führende Umweltverbände die Klimapolitik der Bundesregierung kritisiert. In einem Brief an Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) bezeichnen die Chefs des WWF, des BUND sowie fünf weiterer Organisationen dessen Entwurf eines neuen Klimaschutzprogramms als "weitgehend substanzlos", berichtet die ZEIT. Der klimapolitische Stillstand in Deutschland sei "alarmierend", heißt es in dem Schreiben. Die Verbände kritisieren laut ZEIT, dass Trittin das einst von Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) gemachte Versprechen aufgegeben habe, den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid bis 2005 gegenüber 1990 um ein Viertel zu vermindern. Selbst das schwächere Ziel des Kyoto-Protokolls (minus 21 Prozent bis 2010) drohe Deutschland zu verfehlen, monierten die Umweltverbände. Offenbar wolle Trittin "keine Konflikte mehr eingehen", zitiert die ZEIT einen der Ökofunktionäre.Israelischer Schriftsteller Grossmann fordert Geste der Versöhnung von Sharon und AbbasDer israelische Schriftsteller David Grossmann hat die Regierung Scharon aufgefordert, sich in einer menschlichen Geste an das palästinensische Volk zu wenden und das Leid anzuerkennen, das Israel diesem angetan habe. Gleichzeitig solle der Vorsitzende der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, sein Mitgefühl für die Opfer der Israelis zum Ausdruck bringen und die Verantwortung dafür übernehmen. In der ZEIT schreibt Grossmann, ein beiderseitiges Schuldeingeständnis könne Misstrauen und Feindseligkeit abbauen. Die Anerkennung von Leid und Schuld zwinge beide Seiten dazu, sich nicht länger "als wahres und einziges Opfer des Konflikts zu betrachten". "Denn wer bereit ist, seinen ‚Alleinanspruch’ auf die Opferrolle in dem Konflikt aufzugeben, hat sich schon von dem lähmenden Defätismus befreit, der in der exklusiven und ewigen Opferhaltung ruht." Eine humane Geste beider Seiten könne dem Friedensprozess "den so dringend benötigten emotionalen Anstoß geben". Längst hätte der Konflikt gelöst werden können, "wären beide Völker nur mutiger gewesen und großzügiger miteinander umgegangen."Paul Rusesabagina, der "Oskar Schindler Ruandas", kritisiert die UNDer frühere Hotelmanager Paul Rusesabagina, 50, wird als "Oskar Schindler Ruandas" bezeichnet, weil er mehr als 1200 Menschen das Leben rettete, indem er sie in seinem Hotel unterbrachte. Die Heldentat wird im Spielfilms "Hotel Rwanda" dargestellt, der im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele in Berlin gezeigt wird und für den Oscar nominiert ist. Paul Rusesabagina beschuldigt die UN, das Land zu früh verlassen zu haben. "Anstatt Flüchtlinge zu retten, haben die UN Hunde evakuiert. Ein europäischer Hund war wichtiger als ein ruandischer Mensch." Er selbst habe heute keine politischen Ambitionen mehr: "Dazu bin ich viel zu alt." Er hat Ruanda aus Angst um sein Leben verlassen und arbeitet als Taxiunternehmer in Brüssel. In einem Gespräch mit der ZEIT berichtet Rusesabagina, wie er die Menschen 1994 im Bürgerkrieg rettete. Die Milizen wussten demnach zwar von dem Aufenthaltsort der Flüchtlinge, ließen sich jedoch auf Verhandlungen mit dem Hotelmanager ein. "Ich habe die Erfahrung gemacht: In der Sekunde, in der ein Mensch ein Gespräch akzeptiert, kann man nur gewinnen", sagt er der ZEIT.Dieter Kosslick wäre gern Bäcker gewordenDieter Kosslick, 56, Leiter der Internationalen Filmfestspiele in Berlin seit 2001, wäre am liebsten Bäcker geworden. "Eine Backstube wollte ich mein Leben lang immer besitzen, und so einen Laden, das war und ist mein Traum", sagt er der ZEIT. "Die Bäckerin ist für mich das absolut Erotische. Sie riecht so frisch und hat immer eine gestärkte, blitzweiße Schürze an." Dieter Kosslick hat einen Großteil seiner Kindheit spielend in einer Backstube verbracht und einer seiner Lieblingsfilme ist Marcel Pagnols "La femme du boulanger – Die Frau des Bäckers".Hochschulexperte erwartet rund 5.000 Euro Schulden für Studenten nach Einführung von GebührenDie Einführung von Studiengebühren hat nach Ansicht des Experten Detlef Müller-Böling wesentlich undramatischere Auswirkungen als befürchtet. So entstünden durch Gebühren von 500 Euro pro Semester bei einer Studiendauer von zehn Semestern nur Schulden von 5000 Euro, wie der Leiter des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh in der ZEIT schreibt. "Wahrlich kein Schuldenberg, der Absolventen in Verzweiflung stürzen muss", fügt er hinzu. Eine Abschaffung des Bafögs stehe aber für ihn nicht zur Debatte, mahnt Müller-Böling. Manche Rektoren würden sich die Einnahmen durch Gebühren schönrechnen, indem sie sie mit der Zahl der Studenten multiplizierten. Ein Teil der Einnahmen werde jedoch für die Verwaltung und für soziale Ausgleichsmaßnahmen benötigt. Für die Universität Hannover blieben nach einer Beispielrechnung des CHE von 21 Millionen Euro Gebühren pro Jahr 16,5 Millionen Euro übrig. Statt Mythen zu produzieren, so fordert Müller-Böling, sollten Gegner und Befürworter von Gebühren lieber konstruktiv an sozialverträglichen Modellen für Studiengebühren arbeiten. Das CHE wird von der Hochschulrektorenkonferenz und der Bertelsmann Stiftung getragen. Für Rückfragen stehen Ihnen Elke Bunse oder Iliane Weiß, ZEIT-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, (Tel. 040/3280-217, Fax: 040/3280-558, e-mail: bunse@zeit.de bzw. weiss@zeit.de ) gern zur Verfügung.