Stoiber sieht sich als Garant für CSU-Wahlerfolg 2008Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber hat an seine eigene Bedeu- tung für das Ergebnis der CSU bei der Landtagswahl 2008 erinnert. "Die Stim- mung an der Basis ist: Die Integrationskraft des Parteivorsitzenden ist mit Ab- stand die größte. Und Integration ist die Voraussetzung für fünfzig plus x", sagt Stoiber der ZEIT. Er spielt damit auf ein Wahlergebnis von über 50 Prozent an, welches die CSU in Bayern anstrebt. Stoiber schildert in der ZEIT, wie er nach seinem Ausflug in die Bundespolitik im Jahr 2005 wieder in Bayern Kontakt zu den Bürgern aufnahm: "Die Basis will sich stärker in den politischen Prozess mit einbinden. Ich habe eine Vielzahl von Regionalkonferenzen besucht. Stundenlange Diskussionen habe ich dort geführt, da habe ich wirklich ein Gefühl für das bekommen, was die Basis bewegt, was sie empfindet – und vor allem: wie wir die große Bandbreite zusammenbinden können, die es in einer Volkspartei gibt." Stoiber hatte nach der Bundestagswahl 2005 zunächst einen Wechsel in die Bundespolitik ins Auge gefasst, sich dann aber doch gegen Berlin und für München entschieden.Mehr als die Hälfte der Bundestagsabgeordneten privat versichertMehr als die Hälfte der Bundestagsabgeordneten ist privat krankenversichert. 329 Parlamentarier erhalten so genannte Beihilfe, die in der Regel als Zuschuss für Privatversicherte dient. Die anderen 274 gelten als gesetzlich versichert, wie die ZEIT unter Berufung auf Angaben des Bundestages und des Bundespres- seamtes schreibt. Die Bundestagsfraktionen bis auf die Linkspartei/PDS lehnen auf Anfrage offizielle Angaben über den Versicherungsstatus ihrer Mitglieder ab. Im Gegensatz zu den Volksvertretern sind nur etwa acht Prozent der Ge- samtbevölkerung privat versichert. Es steht jedem Abgeordneten zu Beginn der Legislaturperiode frei, die Versicherung zu wechseln. Normalbürger haben nur Zugang zu den Privatkassen, wenn sie Beamte oder Selbständige sind, oder wenn sie als Angestellte mehr als 47.250 Euro brutto pro Jahr verdienen. Private Krankenversicherungen werden auch nach den jüngsten Verhandlungen zur Gesundheitsreform als Vollversicherer erhalten bleiben. Die SPD hatte zunächst vorgesehen, die Versicherungen am neuen Gesundheitsfonds zu beteiligen, der am 1. Januar 2009 starten soll.Günter Verheugen bekräftigt Kritik an EU-BürokratieDer deutsche EU-Kommissar für Unternehmen und Industrie, Günter Verheu- gen, hat seine Kritik am Brüsseler Beamtenapparat in der ZEIT bekräftigt. Er richte einen "Notschrei an die Öffentlichkeit", damit endlich Veränderungen in Gang gesetzt würden. Verheugen hält es für ein zunehmendes Problem der EU-Verwaltung, dass Spitzenbeamten nicht ausgetauscht werden, wenn Kommissionsämter neu besetzt werden. Dies führe dazu, dass politische Impulse vom Apparat nicht oder nur zögerlich umgesetzt würden. "Wir brauchen eine Kulturrevolution", fordert der SPD-Politiker. Revolutioniert werden müsse "das Kästchendenken" der Generaldirektionen, der rund drei Dutzend Verwaltungsabteilungen der Brüsseler Behörde und ihrer Spitzenbe- amten, sagt Verheugen.Offener Brief der Moskauer Journalistin Tregubowa an Merkel: Anna Politkowskaja war die unbestechlichste Kritikerin PutinsDie Moskauer Journalistin Elena Tregubowa schreibt über ihre ermordete Kollegin An- na Politkowskaja in einem Offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel, den die ZEIT abdruckt: "Sie war die konsequenteste und unbestechlichste Kritikerin Putins und seines politischen Regimes." Putin besucht am Dienstag und Mittwoch Deutschland. Tregubowa fordert die Bundeskanzlerin auf, vor den Menschenrechtsverletzungen in Russland nicht die Augen zu verschließen. Die Reporterin erinnert daran, dass Putin "konsequent alle unabhängigen oppositionellen Fernsehsender in Russland liquidiert" habe. "Die Zeitung, für die Anna Politkowskaja geschrieben hat, die "Nowaja Gaseta", ist das letzte Printmedium, das Kritik an den Geheimdiensten äußert, am Krieg in Tschetschenien und an den vom Kreml sanktionierten ethnischen Säuberungen", heißt es in dem Offenen Brief. Elena Tregubowa, Autorin des Buches "Die Mutanten des Kreml", arbeitete fünf Jahre als Kreml-Korrespondentin für die Zeitung "Kommernur knapp einem Bombenanschlag.Bertelsmann-Chef Thielen zum Internet: "Wir stecken schon wieder mitten in einer Preisblase"Der Vorstandschef des Medienkonzerns Bertelsmann, Gunter Thielen, kritisiert die ak- tuellen Kaufpreise für Internet-Unternehmen: "Wir stecken schon wieder mitten in einer Preisblase." Bertelsmann habe unter anderem ein Unternehmen zum Kauf angeboten bekommen, das "einigen Zulauf, aber praktisch keine Umsätze" vorweisen konnte. Trotzdem hätten die Gründer "etwa 100 Millionen Euro" verlangt. Zur Zukunft von Bertelsmann sagt Thielen: "Die RTL Group ist der größte Gewinnbringer und wird es die nächsten zehn Jahre sicher bleiben." Gleichzeitig sei der technische Wandel im Zuge der Digitalisierung immens. Wenn Hunderte neuer Sender entstünden, müsse man das mitgestalten. "Insofern wird ein beträchtlicher Teil unserer Investitionen bis auf weiteres in das Fernsehen gehen." Weil sich die Arbeitsbedingungen vielerorts im Konzern verschlechtert haben, erläutert Thielen zudem, wie Bertelsmann seine Unternehmenskultur in Zeiten der Globalisierung bewahren wolle. Thielen sagt dazu: "Bei Mohndruck mussten wir von den Mitarbeitern zunächst verlangen, dass sie mehr arbeiten, ohne mehr Lohn zu bekommen. Dafür versprachen wir eine zusätzliche Erfolgsbeteiligung, wenn das Geschäft wieder besser läuft. Diese ist genau festgelegt und für jeden berechenbar." Dieses Beispiel habe man "20- oder 30-mal kopiert". Gleichzeitig gibt Thielen zu, dass sich längst nicht alle Konzern-Gesellschaften an der Unternehmenskultur orientieren: "Es dauert seine Zeit, bis sich solche Praktiken in einem Konzern mit 95 000 Mitarbeitern überall durchsetzen." Thielen ist davon überzeugt: "Je größer der Erfolgsdruck wird, umso mehr muss man die Mitarbeiter mitnehmen, umso mehr muss man sich auf seine Mitarbeiter verlassen können und ihnen Freiraum geben. Anfangs denkt man, das gehe nicht, weil man glaubt, die Kontrolle zu verlieren. Aber die Mitarbeiter werden Sie nie enttäuschen."