Richard Holbrooke: "Sein Ende ist ein Gewinn"Der ehemalige US-Beauftragte auf dem Balkan, Richard Holbrooke, freut sich über den Tod des früheren serbischen Diktators Slobodan Milosevic. "Sein Ende ist ein Gewinn für die Region", sagt Holbrooke in der ZEIT. Es sei wenig wahrscheinlich, dass der Tod Milosevics in Serbien zu größeren Unruhen führen werde – Verschwörungstheorien, wie sie sich nun an den Tod des Haager Angeklagten knüpfen, seien auf dem Balkan üblich.Das Strafverfahren des Haager Tribunals hat nach Holbrookes Ansicht viel zur Aufklärung beigetragen. Das Tribunal sei "ein Erfolg", sagt er. Es habe der Welt und auch den meisten Serben klar gemacht, welchen Schaden Milosevic in seinem Land und auf dem ganzen Balkan angerichtet habe.CDU-Politiker Polenz: USA müssen sich an Iran-Verhandlungen beteiligenRuprecht Polenz, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, fordert die USA auf, sich im Atomstreit mit dem Iran an Verhandlungen zu beteiligen. "Nur multilateral und letztlich nur, wenn sich auch die USA zu direkten Gesprächen mit Iran bereit finden, wird sich der Konflikt um das iranische Nuklearprogramm diplomatisch lösen lassen", schreibt der CDU-Politiker in der ZEIT.Polenz plädiert dafür, mit Teheran nicht nur über wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit zu sprechen, sondern auch über die "legitimen Sicherheitsinteressen Irans und seine künftige Rolle in der Region". Dazu seien gemeinsame Gespräche zwischen den USA, Europa, China, Russland und Iran nötig. "Bisher haben sich die USA allerdings strikt geweigert, einen solchen Schritt auch nur ins Auge zu fassen", schreibt Polenz. "Je eher die Amerikaner mit am Verhandlungstisch sitzen, desto besser."Über das iranische Atomprogramm berät seit dieser Woche der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen.Westerwelle: ver.di wird den Streik noch bedauernFDP-Chef Guido Westerwelle will den Streik im öffentlichen Dienst zum Anlass für eine Privatisierungsoffensive nehmen. Die Gewerkschaft ver.di werde "den Streik noch bedauern" erklärt er in der ZEIT. "Die vergangenen Wochen haben vielen Bürgern die Augen dafür geöffnet, dass wir den Staat nicht bei Dienstleistungen einsetzen sollten, die Private genauso und vielleicht sogar besser erledigen können. Es gibt keinen Grund dafür, die Müllentsorgung oder die Straßenreinigung vom Staat erledigen zu lassen." Wo die FDP in den Ländern und Kommunen Verantwortung trage, werde sie auf Privatisierungen drängen.Westerwelle äußert Verständnis für die Lohnforderung der IG Metall: "Wenn der Staat die Arbeitnehmer immer mehr belastet, ist es eine logische Folge, dass diese sich einen Teil bei Tarifverhandlungen zurückholen wollen." Dennoch bezeichnet er die Forderung als "überhöht" und fordert die Regierung zu einem Angebot an die Gewerkschaften auf: "Wir brauchen deshalb einen Pakt der Vernunft: Die Bundesregierung verzichtet auf die dreiprozentige Mehrwertsteuererhöhung, dafür sagen die Gewerkschaften eine moderate Lohnpolitik zu."Außerdem fordert Westerwelle die Bildungspolitiker der Länder auf, negative Folgen der Föderalismusreform zu vermeiden. "Viele Bürger fürchten, dass es bei Umzügen in Zukunft Schwierigkeiten für Schulkinder geben könnte, wenn die Lehrpläne der Länder zu unterschiedlich sind. Die Vertreter der Länder müssen also Vorschläge machen, wie wir auch nach einer Reform der steigenden Mobilität der Bürger gerecht werden können."Österreichs Wirtschaftminister Bartenstein fordert Eingreifen Brüssels zur Sicherung der EnergieversorgungEin Eingreifen Brüssels zur Sicherung der Energieversorgung fordert Österreichs Wirtschaftsminister Martin Bartenstein. "Schauen Sie mal, wer uns auf der Angebotsseite gegenübersteht: Russland und die Opec. Wollen wir da wirklich unsere nationalen Schrebergärten pflegen?", sagt der derzeitige Präsident des EU-Wirtschaftsministerrats der ZEIT. Er hält eine Energiestrategie für Europa mit Blick auf steigende Ölpreise und stockende Gasversorgung für sinnvoll. Wenn die Liberalisierung der Strom- und Gasmärkte nicht voran komme, müsse die EU für mehr Wettbewerb sorgen: "Wenn die geltenden Regeln nicht reichen, muss Europa zusätzliche regulatorische Kompetenzen erhalten." Von mehr Atomkraftwerken in Europa will Bartenstein nichts wissen, das sei Sache jedes einzelnen EU-Mitglieds. Er könne nachvollziehen, dass die Atomkraftlobby "angesichts des aktuellen Umfelds einen neuen Anlauf startet". Österreich habe kein Atomkraftwerk und brauche auch keins.Spike Lee: "An die Schmelztiegel-Scheiße habe ich noch nie geglaubt""99 Prozent der Amerikaner kennen den Unterschied zwischen Sikh und Muslim nicht", sagt der amerikanische Regisseur Spike Lee in der ZEIT. "Sie nennen sie einfach Handtuch-Köpfe. Leute, die Turbane tragen, das sind Brüder von bin Laden. Taliban, al-Qaida, das läuft ganz automatisch." Lee, dessen neuer Film Inside Man von der Verschärfung des amerikanischen Rassismus nach dem 11. September 2001 handelt: "An die Schmelztiegel-Scheiße habe ich noch nie geglaubt. Dafür muss man weiß sein." Er kritisiert, dass alle gesellschaftlichen Missstände heute in das Raster des Kulturkampfs gezwungen würden. Die Angst vor einem dritten Weltkrieg führe zu einer Anfeindung des gesamten islamischen Kulturkreises.Als der Hurrikan Katrina New Orleans überflutete, war Spike Lee beim Filmfestival in Venedig: "Ich starrte wie gebannt auf die CNN-Bilder der schwarzen Bevölkerung. Damals habe ich mit geschworen, dass das nicht vergessen werden darf. Ich habe mir geschworen, einen Dokumentarfilm darüber zu drehen. Weil es ein schrecklicher Meilenstein der amerikanischen Geschichte ist. Weil es nicht wie die Vereinigten Staaten von Amerika aussah, sondern wie ein kriegsgeschütteltes afrikanisches Land. Das Problem besteht tatsächlich darin, dass wir Kriege in der Fremde führen und die Schlachtfelder zu Hause vergessen."Sein Dokumentarfilm werde davon handeln, "dass Millionen schwarze, weiße und hispanische Amerikaner in absoluter Armut leben". Auf die Frage, was vom Black Cinema der 80er Jahre und seinem Anliegen, die Schwarzen im amerikanischen Kino sichtbar zu machen, geblieben sei, antwortet Lee: "Es gibt durchaus mehr afroamerikanische Regisseure. Aber nicht genug politische Power. Die Glorifizierung der Gangsta-Typen, ihrer Gewalt und ihrer schwarzen Macho-Welt ist für mich ein politisches Problem."Spike Lee, geboren 1957 in Atlanta, aufgewachsen im New Yorker Stadtteil Brooklyn, dreht seit dreißig Jahren Filme über ethnische Spannungen. Mit Filmen wie School Daze oder Malcolm X etablierte er sich als ein Vertreter des New Black Cinema, der auch die Vorurteile in der schwarzen Community nicht aussparte."Star Wars"-Schauspielerin Portman: George W. Bush kümmert sich nicht um seine SoldatenNatalie Portman, 24, "Star Wars"-Schauspielerin, ist enttäuscht von USPräsident George W. Bush. Er kümmere sich nicht genügend um die Soldaten, die unter anderem im Irak Dienst tun, sagte sie der ZEIT. Die Gesundheitsversorgung und die soziale Absicherung von Verwundeten seien äußerst dürftig: "Der gegenwärtige Präsident ist noch bei keinem einzigen Militärbegräbnis gewesen. Es ist unglaublich, wie Menschen behandelt werden, die für ihr Land ihr Leben riskiert haben."Die Schauspielerin, die in Harvard Psychologie studiert hat, wünscht sich, "dass der nächste amerikanische Präsident jemand ist, der außerhalb der Parteien steht ... Die USA sind ein großartiges Land mit wunderbaren Menschen und Ideen und schöpferischer Kraft. Es wäre an der Zeit, dass unser Präsident das dem Rest der Welt vermittelt".Klinsmann: "Nach vorne, wie immer"Bundestrainer Jürgen Klinsmann will auch im Länderspiel gegen die USA seine Mannschaft stürmen lassen. In einem Gespräch mit der ZEIT sagt er, das Team würde "nach vorne, wie immer" spielen. Auch die Erfahrungen einer desolaten Abwehr im Länderspiel in Italien brächten ihn und seinen Trainerstab nicht von der gewählten Strategie ab: "Sollen wir einen 0:2-Rückstand verteidigen? Natürlich würden wir wieder angreifen, um das Spiel zu drehen", erklärt Klinsmann. Sein sportliches Konzept zur Vorbereitung auf die WM stellt Klinsmann nicht in Frage. "Irgendwann werden den Kritikern unseres Weges die Argumente ausgehen", sagt der Bundestrainer.