Burkhard Hirsch: Sicherheitsüberprüfung von Mitarbeitern der Fußball-WM sind ein Skandal

Burkhard Hirsch, FDP-Politiker und ehemaliger Vizepräsident des Bundestags, kritisiert in der ZEIT die Vorbereitung auf die Fußballweltmeisterschaft. Sie "erinnern weniger an ein fröhliches Völkerfest als an die Ausrufung des Spannungsfalles". Dazu zähle vor allem die geplante Überprüfung der Mitarbeiter der WM-Service-Firmen, "etwa 250 000 Personen, vom Rasenpfleger bis zum Wurstverkäufer". Für diese Personen solle bei der Polizei eine Sonderdatei angelegt werden, in der alle Informationen der Polizeien und Geheimdienste gespeichert würden. Dazu zählten nicht nur bereits begangene Straftaten, sondern auch der bloße Verdacht und "die Annahme bedenklicher politischer Bestrebungen".

Bedenken gegen die Zuverlässigkeit eines WM-Mitarbeiters, schreibt Hirsch, könnten ohne Begründung der Fifa mitgeteilt werden, "damit sie dem Arbeitgeber des Verdächtigen sagen kann, dass der leider nicht zur Arbeit zugelassen werden könne. Und dann? Der Rest ist Sache der Arbeitsgerichte. Das ist kein Spiel, sondern bitterer Ernst".


Zahl der Gewalttaten an Berliner Schulen verdoppelt sich jährlich

Die Zahl der gemeldeten Gewalttaten an Berliner Schulen steigt mit bisher ungeahnter Geschwindigkeit. "Die Meldezahlen im größten Problembezirk Mitte verdoppeln sich von Jahr zu Jahr", sagt Aida Lorenz, Leiterin des Schulpsychologischen Beratungszentrums Berlin-Mitte in der ZEIT. Auch die Qualität der Gewalt, so die Psychologin, habe sich verändert: "Da liegt jemand schon am Boden, und dann wird noch mal zugetreten." Nach ihrer Einschätzung wurde an den Schulen bei Gewaltätigkeiten zu lange weggeschaut.

Lorenz plädiert für klare Grenzsetzungen. Falls Störer an einer Schule den Ton angeben, "müssen Lehrer die Konfrontation annehmen. Sie müssen mit Leidenschaft Respekt einfordern". Viele Lehrer müssten erst wieder lernen, nichts durchgehen zu lassen.

Für Lehrer sei es besonders demütigend, in der Schule zum Gewaltopfer zu werden: "Sie verlieren ihre professionelle Rollenidentität, wenn sie dort erniedrigt werden, wo sie eigentlich die Respektsperson seien sollen, die den Schülern Sicherheit und Orientierung gibt."