Wieczorek-Zeul will Helfer in Afghanistan nicht vom Militär schützen lassen

Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) will trotz der verschärften Sicherheitslage in Afghanistan deutsche Helfer dort nicht militärisch schützen lassen. "Bei der Entwicklungszusammenarbeit brauchen wir den direkten, vertrauensvollen Umgang mit den Menschen vor Ort. Da wollen und können Sie nicht neben jeden Helfer jemanden mit einem Gewehr stellen", sagt sie der ZEIT . Wieczorek-Zeul reagierte damit auf die zeitweise Entführung der Entwicklungshelferin Christina M. am Wochenende in Kabul.

Gleichzeitung setzte sich Wieczorek-Zeul als erste führende Vertreterin der SPD-Linken für eine Fortsetzung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan im vollen Umfang ein: "Staatsaufbau braucht einen langen Atem. Die Hintermänner der Attacken und Entführungen wollen unser langfristiges Engagement sabotieren. Eben darum dürfen wir ihnen nicht nachgeben." Wieczorek-Zeul will daher trotz Kritik an hohen Opferzahlen auch die umstrittene deutsche Beteiligung an OEF-Operationen verlängern.

Damit steht Wieczorek-Zeul an der Seite von SPD-Fraktionschef Peter Struck, der ebenfalls eine Fortführung aller drei Mandate fordert, wie auch die Unionsführung. Wer aus Enduring Freedom aussteigen wolle, sagt der CDU-Außenpolitiker und Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz, sende ein "Wackelsignal, das die Taliban bestärkt, und das gefährdet alle am Aufbau beteiligten Deutschen und Afghanen."

Dagegen rührt sich Widerstand der SPD-Linken: "Umfragen zeigen, dass es bei Mitgliedern und Anhängern keine Mehrheit für OEF gibt", sagt SPD-Außenpolitiker Niels Annen. Bundestagsabgeordneter Annen will das OEF-Mandat beenden.

CDU-Umweltministerin: Klimaschutz bringt Belastungen für Bürger

Die Umweltministerin Baden-Württembergs, Tanja Gönner, kritisiert in der ZEIT Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Es sei falsch, den Bürgern nicht zu sagen, dass der Klimaschutz auch finanzielle Belastungen mit sich bringe. "Wer das Klima schützen will, muss investieren. Reine Verhaltensänderungen, wie sie der Bundesumweltminister propagiert, reichen nicht aus." Gabriel gebrauche "die falschen Worte, um die Bürger zu überzeugen."