Neuer Sprecher der Muslime fordert für islamische Dachverbände die Anerkennung als Religionsgemeinschaft
Ayyub Axel Köhler, der Sprecher des neuen Koordinationsrates der Muslime, verteidigt die erste einheitliche Repräsentanz des deutschen Islams gegen Vorwürfe, nicht repräsentativ genug zu sein, um als Stimme der deutschen Muslime zu gelten. „Die vier im Koordinationsrat vertretenen Dachverbände stehen für etwa 85 Prozent der Moscheegemeinden. Damit vertreten wir die überwältigende Zahl der Muslime, die ihren Glauben praktizieren“, sagt Köhler der ZEIT.

Köhler verteidigt das Recht muslimischer Lehrerinnen, mit Kopftuch unterrichten zu dürfen. Er spricht sich auch für nach Geschlechtern getrennten Sportunterricht aus: „Wir Muslime haben ein besonderes Verhältnis zur Schamhaftigkeit. Und wir halten das Erziehungsrecht der Eltern hoch. Wenn die Eltern einen getrennten Unterricht für besser halten, werden wir das unterstützen und für prag-matische Lösungen mit den Schulen werben.“

Der Sprecher fordert für die islamischen Dachverbände die Anerkennung als Religionsgemeinschaft, „damit wir als Muslime endlich ins rechtliche System der Bundesrepublik eingefügt werden können“. Ob die Muslime darüber hinaus die Gleichstellung mit den Kirchen als Körperschaft öffentlichen Rechts anstreben sollen, sei noch offen. Er lobt den „deutschen Säkularismus“ als „ideales Angebot“ an die Muslime: „Es gibt hierzulande weder eine Staatsreligion noch Religi-onsfeindlichkeit.“

VW: Winterkorn lässt Neuauflage des 1-Liter-Autos prüfen
Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hatte anlässlich seines 70. Geburtstags verlauten lassen, man könne in drei bis vier Jahren das 1-Liter-Auto, das 2- Liter-Auto und das 3-Liter Auto zu realistischen Preisen entwickeln. VW hatte unter dem Ende vorigen Jahres abgelösten Vorstandschef Bernd Pischetsrieder die immens teure Entwicklung des 1-Liter-Autos gestoppt und den 3-Liter-Lupo wegen Erfolglosigkeit eingestellt. Jetzt bestätigte die neue VW-Konzernführung unter Martin Winterkorn erstmals gegenüber der ZEIT die Wiederaufnahme der Projekte: „Es ist richtig, dass der Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn zur Zeit die Weiterentwicklung von den genannten spritsparenden Fahrzeugen intensiv prüfen lässt.“

T. C. Boyle: „Wir werden untergehen”
Der amerikanische Schriftsteller T. C. Boyle prophezeit der Menschheit eine düstere Zukunft. „Wir werden untergehen, eine weitere ausgestorbene Art, und die Natur wird fortdauern, bis die Sonne irgendwann ein Roter Riese ist, der ohnehin alles verbrennt“, schreibt Boyle in der ZEIT. Schon jetzt seien deutliche Zeichen zu sehen: „Massensterben und ökologische Degradation, grauenvolle Stammeskriege, Vertreibung von Flüchtlingen, Kampf um Ressourcen.“ Schuld am Untergang seien die Menschen selbst, die durch ihre Technologie und ihre Gier die Natur schwer geschädigt hätten. „Es gibt keine Hoffnung. Wir liegen in den letzten Zügen – das muss jedem halbwegs informierten und bewusst denkenden Menschen klar sein. Es gibt keine andere Natur als die, die wir kennen; uns bleiben keine Fluchten, keine Verstecke.“

Boyle greift die amerikanische Regierung unter George W. Bush an: „Zu einer der kurzsichtigsten, abscheulichsten und zudem kaum wahrgenommenen Maßnahmen der Bush-Regierung gehört – neben einer ganzen Reihe von Fällen, die beispielhaft für missbrauchte oder falsch gebrauchte Macht stehen – der gekürzte Etat für Geburtenkontrollprogramme auf der ganzen Welt, gewissermaßen als Trostpflaster für Ultrarechte und religiöse Fanatiker, in deren Augen Geburtenkontrolle irgendwie unmoralisch ist.“

Der ehemalige Kurator des Hamburger Bahnhofs Heiner Bastian: „Ich habe nichts bewirkt“
Der Kunsthändler und Galerist Heiner Bastian hat in einem Gespräch mit Peter Raue, dem Vorsitzenden des Vereins der Freunde der Nationalgalerie , in der ZEIT eingeräumt, es sei ein Fehler gewesen, das Amt des Kurators im Berliner Kunstmuseum Hamburger Bahnhof zu übernehmen. „Vielleicht hätte ich überhaupt nie dieses Amt antreten sollen“, sagt Bastian der ZEIT. „Ich habe nichts bewirkt. Meine Bilanz ist vollkommen negativ.“ Dass er erst vor kurzem seinen Posten aufgegeben habe, sei falsch gewesen. „Ich hätte schon vor fünf oder sechs Jahren den Hamburger Bahnhof verlassen sollen. Damals wollte DaimlerChrysler eine Million Mark für den Hamburger Bahnhof stiften, doch dann hat Peter-Klaus Schuster (Generaldirektor der Berliner Museen) solange auf die Stifter eingeredet, bis das Geld umgewidmet wurde zugunsten der Museumsinsel. Er hat bewusst die Hilfe für die zeitgenössische Kunst torpediert.“