Bildungsreport: Nicht die Besten werden Lehrer / Schüler sind intelligenter, aber leisten weniger als früher

Die Durchschnittsnote der Abiturienten, die ein Lehrerstudium aufnehmen, ist seit Anfang der siebziger Jahre gesunken. Darauf verweist ein noch unveröffentlichter Report des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, welcher der ZEIT vorliegt. Die Lehramtsfächer haben den Kampf um den besten Nachwuchs an andere Disziplinen verloren.
Der Report führt den damit verbundenen Ansehensverlust der Pädagogen auf eine falsche Personalpolitik der Kultusminister zurück: In den Zeiten des Schülerbooms sei selbst der schlechteste Lehramtsanwärter in den Schuldienst übernommen worden. Als die Schülerzahl sank, war deshalb sogar den besten Junglehrern der Folgejahrgänge der Weg an die Schulen versperrt.
In der ZEIT warnt Max-Planck-Direktor Jürgen Baumert vor einer Wiederholung dieses Fehlers als Reaktion auf den aktuellen Lehrermangel. "So steigert man sicherlich nicht die angeschlagene Reputation des Lehrerberufs", sagt der Leiter der deutschen Pisa-Studie dem Blatt. Stattdessen sollten die Schulen die Zeit bis zum abermaligen Sinken der Schülerzahlen mit befristet angestellten Quereinsteigern, Freiberuflern und Studenten überbrücken.
Auch die Fachleistungen der Siebtklässler in Mathematik oder Deutsch seien seit den sechziger Jahren gesunken. Darauf deuteten ebenfalls noch nicht veröffentlichte Studien hin, sagt Baumert. Allerdings sei die mit Tests messbare Intelligenz der Schüler in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen.

Barbara Feltus-Becker möchte sich nicht mehr rechtfertigen

Barbara Feltus-Becker, Exfrau von Boris Becker, 36, träumt in der ZEIT davon, "frei zu sein von Vorurteilen und Anklagen" und sich nicht mehr "rechtfertigen und erklären" zu müssen. Menschen sollten "sich und anderen vergeben lernen, egal, welche Schmerzen sie erleiden mussten".
Feltus-Becker: "Ich habe Wege gefunden, um aus krisenhaften Situationen herauszukommen. Leider gibt es dafür kein Generalrezept, weil jedes Schicksal individuell und weil jede Beziehung einzigartig ist. Um Vergangenes zu bewältigen, gibt es für mich nur den Traum, mir und allen anderen zu vergeben...Noch immer bedrohen mich nächtliche Traumschatten aus der Vergangenheit. Vielleicht muss ich lernen zu begreifen, dass nicht alles für die Ewigkeit sein kann. Ich muss Vergänglichkeit und Veränderungen annehmen."

Heiner Geißler: Merkel-Kurs kostet die Union die nächste Wahl

Heiner Geißler, ehemaliger Generalsekretär der CDU, hat seine Partei vor dem neuen Reformkurs der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel gewarnt. "Ich warne die CDU vor Thatcherismus", sagt Geißler der ZEIT. "Wenn Angela Merkel eine zweite Maggie Thatcher werden will, soll sie sich das dreimal überlegen und das Ende dieser Frau bedenken." Der kommende Bundeswahlkampf, so Geißler, werde über die Zukunft der Gesundheitsfürsorge geführt, also zwischen einer Bürgerversicherung der SPD und dem Prämienmodell der CDU unter Angela Merkel. "Diese Wahlauseinandersetzung wird die CDU verlieren. Ich verstehe was von Wahlkämpfen."
Geißler plädiert dafür, das demografische Problem endlich ernst zu nehmen und durch eine gesteuerte große Zuwanderung zu lösen. "Beide Parteien sollten endlich den Mut haben", sagt er, "dem Volk die Wahrheit zu sagen, dass wir nämlich eine wesentlich höhere Zuwanderung brauchen, netto ungefähr 350 000 pro Jahr. Darauf muss man ein Volk vorbereiten." Geißler warnt davor, dass Deutschland in zwanzig oder dreißig Jahren kein Einwanderungsland mehr sei, sondern ein Auswanderungsland, "denn junge Leute bleiben nicht mehr in einem solchen Land".