Premiere-Chef Georg Kofler kommt Deutscher Fußballliga im Rechtepoker entgegen In den Verhandlungen um die Fußball-Übertragungsrechte zwischen dem Bezahlfernsehen Premiere und der Deutschen Fußballliga (DFL) zeichnet sich eine Wende ab. Premiere-Chef Georg Kofler sagt der ZEIT: "Wir erwarten natürlich ein Entgegenkommen, aber wir sind auch bereit, uns zu bewegen. Wir wollen eine langfristige Partnerschaft, da muss man zwischendurch auch einmal ein Auge zudrücken. Wir hoffen, dass wir in der Zukunft mehr exklusive Rechte an der Liga haben."
In der laufenden Saison bezahlt Premiere 145 Millionen Euro für die TV- Rechte an der Ersten und Zweiten Liga. In den vergangenen Wochen hatte Georg Kofler immer einen Preisnachlass gefordert, wie ihn die ARD für das frei empfangbare Fernsehen erhalten hatte.
Zur Debatte um höhere Rundfunkgebühren in den Jahren 2005 bis 2008 sagt Kofler: "In den Bereichen Sport und Unterhaltung können die privaten Sender den Auftrag (der Öffentlich-Rechtlichen) ohne weiteres übernehmen. Das haben sie nun seit Jahren bewiesen. ARD und ZDF sollten sich viel stärker auf die Bereiche Information und Kultur konzentrieren ... Dann könnten sie ein hervorragendes Programm auch mit neun statt mit 16 Euro monatlicher Gebühr machen." Lkw-Maut: Güterverkehr wechselt zur Bahn Noch bevor es mit der Lkw-Maut auf deutschen Autobahnen Ernst wird, ist eine der mit der Maut beabsichtigten Folgen bereits eingetreten, schreibt DIE ZEIT: Der Güterverkehr verlagert sich teilweise von der Straße auf die Schiene. Das Netzwerk Privatbahnen, in dem sich 28 Eisenbahnunternehmen zusammengeschlossen haben, registriert eine stark erhöhte Nachfrage.
"Verlader aus der Industrie und Spediteure steigen bereits auf breiter Front um oder kündigen dies für den Starttermin der Lkw-Maut an", sagt Netzwerk-Sprecher Alexander Heilmann. Besonders gefragt sind Kombi- Angebote, also die Verladung von Brummis auf die Bahn. TX Logistik AG aus Bad Honnef, der größte private Güterbahnbetreiber, will etwa den Umsatz des vergangenen Jahres (28 Millionen Euro) bis Ende 2003 fast verdoppeln. Dagegen wäre die Deutsche Bahn AG, immer noch der weitaus größte Transporteur von Gütern auf der Schiene, schon mit einem bescheidenen Plus zufrieden. Das erste Halbjahr brachte keinen Zuwachs, der kombinierte Ladungsverkehr war beim Bahnriesen sogar rückläufig. Pöhl: Preisstabilität nicht in EU-Verfassung verankern Der ehemalige Bundesbank- Präsident Karl Otto Pöhl hat sich gegen die Aufnahme der Preisstabilität in die Europäische Verfassung ausgesprochen. "So etwas sollte man nicht in der Verfassung verankern", sagt Pöhl in der ZEIT und widerspricht damit den Forderungen der Europäischen Zentralbank (EZB).
Karl Otto Pöhl plädiert darüber hinaus für eine flexible Auslegung des Stabilitätspaktes, der "auch ein Wachstumspakt" sei. Anstatt an der "willkürlichen" Neuverschuldungsgrenze von drei Prozent des Bruttoinlandproduktes festzuhalten, schlägt Pöhl die Regelung des deutschen Grundgesetzes vor, dass "nämlich die Kreditaufnahme nicht höher als die öffentlichen Investitionen sein sollte außer bei Störungen des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts, wie wir es zurzeit haben."
Dem neuen EZB- Chef Jean-Claude Trichet rät der Ex-Bundesbankier, die künftige Geldpolitik stärker an den Bedürfnissen Frankreichs und Deutschlands auszurichten. "Deutschland und Frankreich sind die Lokomotiven für europäisches Wachstum, die auch die kleinen Länder mitziehen," sagt er zur Begründung. Pisa für alle: OECD will Bevölkerung in 30 Ländern testen Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) plant, weltweit die Kompetenzen von Erwachsenen zu testen. Wie DIE ZEIT berichtet, will die OECD mit diesem "Pisa für alle" die Fähigkeit der jeweiligen Bevölkerung in 30 Ländern untersuchen, Texte zu lesen und zu verstehen sowie Probleme zu lösen. Die repräsentative Untersuchung soll auch Auskunft geben über die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen und über das Vermögen, mit anderen im Team zusammen zu arbeiten.
Die klassischen Grundlagen für den Wohlstand eines Landes seien erforscht, die meisten wirtschaftspolitischen Steuerungsmittel seien ausgereizt, meint der Leiter der Abteilung für Bildungsindikatoren bei der OECD, Andreas Schleicher. "In Zukunft sind Wissen, Kultur und soziales Kapital die wichtigsten Ressourcen", sagt Schleicher, der schon die Pisa-Studie für Schüler konzipierte.
Die OECD will das Projekt am kommenden Mittwoch in Paris vorstellen. Voraussichtlich wird es aber noch mindestens sechs Jahre dauern, bis die ersten Ergebnisse vorliegen. China und Europa: Partner im All China will sich dem europäischen Satelliten- Navigationssystem Galileo anschließen. Am 30. Oktober wollen EU-Kommissionschef Romano Prodi und der chinesische Premierminister Wen Jiabao in Peking ein Galileo-Kooperationsabkommen unterzeichnen. Die Volksrepublik China wäre nach Kanada das zweite Land, das dem Galileo-Projekt beitritt.
Nach dem ersten erfolgreichen Weltraumflug eines Chinesen träumen ranghohe europäische Forschungsbeamte in Brüssel davon, Europa und China könnten gemeinsam bei der zivilen Nutzung der Weltraumtechnik sowohl Russland als auch die USA überholen. Nicht nur europäische Satellitentechnik und chinesische Trägerraketensysteme passen sehr gut zusammen. China ist mit über 200 Millionen Nutzern der größte Mobilfunkmarkt der Welt. Die Europäer hoffen, diesen Markt für das geplante europäische Satelliten-Navigationssystem Galileo zu erschließen.
Geplant ist, dass China in den ersten drei Jahren des Galileo-Projekts 200 Millionen von den veranschlagten drei Milliarden Euro übernimmt. "Bedenkt man, dass 15 europäische Staaten hinter dem Projekt stehen, entspricht dieser Anteil einer vollen Mitgliedschaft für China", sagt Yin Jung, Leiter der Abteilung für die Zusammenarbeit mit Europa im Pekinger Forschungsministerium. René Oosterlingk, Abteilungsleiter für Navigationssysteme bei der Esa: "Die Chinesen bringen uns den DVD-Effekt: Auf einem großen Markt wird alles billig, und deshalb setzen sich neue Technologien, wie etwa die DVD, hier schneller durch." Prominente Bildungsoffensive im Hörsaal Deutschlands Hörsäle sind nicht mehr anonym – Prominente aus Politik, Wirtschaft, Film, Medizin und Mode geben Studenten Einblicke in ihre Fachgebiete. Warum?
Hans-Olaf Henkel, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, möchte seinen Mannheimer Studenten "ein ausgewogenes Bild über die Chancen und Risiken der Globalisierung vermitteln".
Norbert Blüm, Sozialpolitiker und promovierter Philosoph, will seinen "alten Kopf in Bewegung" halten.
Matthias Prinz, Prominentenanwalt und Experte für Medienrecht, findet es wichtig, Studenten der Freien Universität Berlin über den Schutz der Persön- lichkeitsrechte aufzuklären. Herzchirurg Bruno Reichart unterrichtet, "weil unsere Gesellschaft gute Ärzte braucht".
Stardesignerin Vivienne Westwood, selbst Autodidaktin, möchte ihren Studenten "zur Professionalität verhelfen".
Rosa von Praunheim, Regisseur, unterrichtet "wegen der guten Bezahlung und des pädagogischen Eros". Mehmet Scholl leidet darunter, beim FC Bayern zweite Wahl zu sein Der Fußballprofi Mehmet Scholl leidet darunter, bei seinem Verein, dem FC Bayern München, nur noch zweite Wahl zu sein. "Ich kämpfe seit zweieinhalb Jahren mit Verletzungen. Ich bin in einer Art Selbstfindung im Moment", sagt Scholl der ZEIT. "Die neue Rolle lautet: Wenn einer von den ersten zwölf, dreizehn ausfällt, dann rücke ich nach. Früher war es immer so, dass die anderen nachgerückt sind, wenn ich ausgefallen bin. Das ist nicht leicht, damit umzuge hen."
Mehmet Scholl kann sich nicht vorstellen, bei irgendeinem anderen Verein zu spielen. Der FC Bayern sei eine große Familie: "So viel Menschlichkeit wie beim FC Bayern findet man anderswo im Profifußball nicht". Er distanziert sich jedoch von der "Großkotzigkeit, die manchmal rüberkommt".
Der Fußballprofi hat sich aus der Öffentlichkeit weitgehend zurückgezogen. In dem Münchner Stadtteil, in dem er lebt, wird er in Ruhe gelassen. Scholl: "Hier kann ich abends weggehen, die Leute respektieren mich. Da steht niemand einen Meter vor Dir, starrt Dir voll ins Gesicht und brüllt quer durchs Lokal: Ist das jetzt der Scholl oder nicht?" Oliver Kahn hingegen werde nach seiner Ansicht in Deutschland "nie in Ruhe leben können". Lars von Trier: Wahre Freiheit durch mentale Reisen Der dänische Dogma-Regisseur Lars von Trier, 47, dessen neuer Film "Dogville" diese Woche anläuft, träumt davon, Amerika zu bereisen. Doch Flugangst und Klaustrophobie halten ihn davon ab, bekennt er in der ZEIT. "Körperlich reise ich kaum. Aber ich reise viel in Gedanken. Ich unternehme oft das, was man eine schamatische Reise nennt ... Ich bin allein, lege mich auf den Boden und höre die Trommel. Das ist alles. Mehr ist nicht nötig, um eine andere Welt zu betreten."
Für Lars von Trier hat jeder auf diesen mentalen Reisen ein Tier, das ihn beschützt, "ein Krafttier". Der Regisseur: "Mein Krafttier ist der Otter. Manchmal sitze ich auf seinem Rücken und wir fliegen. Ich fliege hoch zu den Sternen mit ihm."
"Diese Reisen sind eine unglaubliche Freude, und sie geben mir wahre Freiheit. Du kannst fliegen. Du bist ein Fisch im Wasser. Du bereist das Land deiner Kindheit ... Und der Otter ist immer da, wenn ich es will. Ich kann ihm Fragen stellen. Wir sprechen darüber, was ich tun sollte und was nicht. Mein Otter wird mich immer retten", sagt von Trier der ZEIT. Für Rückfragen stehen Ihnen Elke Bunse oder Iljane Weiß, ZEIT-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (Tel.:040/3280-217, Fax: 040/3280-558, e-mail :bunse@zeit.de bzw. weiss@zeit.de) gern zur Verfügung.