Kahlschlag bei Hamburger GeisteswissenschaftenDie Hälfte der Professorenstellen in den Geisteswissenschaften an der Hamburger Universität ist von der Streichung bedroht. Das ist das Ergebnis einer von Hamburgs Wissenschaftssenator Jörg Dräger in Auftrag gegebenen Studie, die der ZEIT vorliegt. Das Hochschul-Informations-System (HIS) berechnet darin den Bedarf an Personal und Flächen, die notwendig sind, um den Beschluss des Hamburger Senats zur Reform der Hamburger Hochschulen umzusetzen. Danach würden die Professorenstellen in den Geistes-, Kultur-und Sprachwissenschaften in der nach München personell zweitgrößten deutschen Universität halbiert. Die Studentenzahlen in den betroffenen Fächern würden um insgesamt fast 60 Prozent sinken. Interne Stellungnahmen der Universität Hamburg sprechen von einem "nicht wieder gut zu machenden Schaden" für die Hochschule.Im Januar 2003 hatte eine Kommission unter Leitung des ehemaligen Hamburger Bürgermeisters Klaus von Dohnanyi umfassende Vorschläge für eine Neuordnung der Hochschullandschaft der Hansestadt gemacht, die wenige Monate später vom Senat weitgehend übernommen wurden.Klonen berührt die Einmaligkeit einer Person nicht"Alles in allem genommen, erscheinen mir die Argumente gegen das reproduktive Klonen bemerkenswert schwach angesichts der Stärke und auch der Breite des Konsens gegen dieses Verfahren", wirft Dan W. Brock, Leiter der Abteilung für medizinische Ethik an der Harvard Medical School, in der ZEIT den Gegnern des Klonens vor.Die menschliche Identität werde nicht gefährdet, schreibt der amerikanische Wissenschaftler: "Was macht die Einmaligkeit eines Menschen aus, die wir hoch schätzen und schützen sollten? Es sind die vielfältigen Eigenschaften und Charakteristika, die ein Individuum einmalig und anders als die anderen machen. Das gleiche Genom wie ein anderes Wesen zu besitzen, das könnte nur dann die Identität gefährden, wenn wir den rohesten genetischen Determinismus voraussetzen ... Das Klonen berührt die Einmaligkeit der Person nicht. Menschen sind niemals austauschbar."Dan Brock weist auch den Einwand zurück, das Klonen von Individuen könnte von Geschäftsleuten oder Regierungen missbraucht werden: "Natürlich müsste das geächtet werden. So gehen wir schließlich bei fast allen neuen Technologien vor: Wir verbieten ihren Missbrauch, nicht die Technologien selbst."Goldmann-Sachs-Ökonom: Bundesregierung sollte Schecks verteilen Um die deutsche Wirtschaft in Schwung zu bringen, sollte die Bundesregierung "an alle Haushalte Schecks verteilen, die sofort eingelöst werden können", fordert Jim O’Neill, Chefvolkswirt der amerikanischen Investmentbank Goldmann Sachs . "In Amerika hat die Fiskalpolitik so das Wachstum unterstützt, als es notwendig war. Der Effekt auf den Konsum und damit auf das Wachstum ist deutlich größer, als wenn man zum Beispiel die Unternehmenssteuern senkt", sagt der Ökonom in der ZEIT. O’Neill: "Noch vor Ende des Jahres wird der Kurs des Euro bei 1,32 Dollar stehen ... Deutschland wird noch große Probleme bei den Exporten bekommen. Deshalb müssen sich die Deutschen so rasch wie möglich von ihrer Exportabhängigkeit befreien und die Binnennachfrage stärken." Es gebe in Deutschland kein Angstsparen, "es gibt nur eine dramatische Schwäche bei der Einkommensentwicklung"."Deutschlands Unternehmen sind extrem wettbewerbsfähig, das beweisen gerade die hohen Exportzahlen, und trotzdem investieren sie wenig und schaffen kaum neue Jobs. Warum? Weil ihnen der heimische Markt weggebrochen ist. Also muss man ihn ankurbeln – ganz direkt", sagt der britische Ökonom. Die daraus resultierende höhere Staatsverschuldung werde den Kurs des Euro entgegen vieler Befürchtungen nicht drücken. "Wenn überhaupt wird es ein Problem, den Anstieg des Euro auf unter 1,50 Dollar zu begrenzen. Einen schwachen Euro erkenne ich auf absehbare Zeit nicht, Stabilitätspakt hin oder her."VW-Uni will Privatuniversitäten Konkurrenz machen Der Startschuss für den Bau der AutoUni von Volkswagen ist gefallen. Über 50 Millionen Euro investiert der Autokonzern in den ersten Bauabschnitt seines MobileLifeCampus in Wolfsburg. "Wir wollen binnen zehn Jahren die Nummer eins werden für alles Wissen, das mit Mobilität zu tun hat," sagt Gründungspräsident Walther Ch. Zimmerli der ZEIT. Von 2005 an sollen in der AutoUni Vorlesungen und Seminare gehalten werden. Joachim Koch-Bantz vom Deutschen Gewerkschaftsbund befürchtet durch den Boom der Firmenuniversitäten in Deutschland finanzielle Schwierigkeiten für private Hochschulen: "Diese Konkurrenz kann für die privaten Universitäten ein echtes Problem werden." Bertelsmann, Daymler Chrysler, Lufthansa und Mc Donalds haben bereits eigene Firmenhochschulen gegründet. "Bald schmückt sich jede Schwimm- oder Schreibmaschinenschule mit dem Titel´ University ", klagt der Präsident des Deutschen Hochschul-verbandes Bernhard Kempen. "Die Konkurrenz ist mit Händen zu greifen. Privathochschulen und Corporate Universities haben dieselbe Zielgruppe." An der AutoUni von Volkswagen sollen von 2005 bis 2009 zunächst nur Mitarbeiter des eigenen Konzerns und von Zuliefer-Firmen studieren, danach will sich die Uni auch für andere Studenten öffnen. Ballonfahrer Piccard plant Erdumrundung mit Solar-flugzeug"Der Tod ist das größte Abenteuer das wir je haben können", sagt der Ballonfahrer und ehemalige Europameister im Drachenkunstflug Bertrand Piccard der ZEIT. In fünf Jahren will der Psychiater, der mit seinen Ballonflügen mehrere Weltrekorde aufstellte, abermals um die Erde fliegen. Diesmal aber in einem Flugzeug ohne Benzin, mit 60 Meter Spannweite und 150 Quadratmeter Solarzellen.Der 46jährige Schweizer ist Enkel von Auguste Piccard, der am 27. Mai 1931 als erster in einem Ballon 16.000 Meter hoch in die Stratosphäre aufstieg, und Sohn von Jacques Piccard, der 1960 im Marianengraben als erster in eine Wassertiefe von 10.916 Metern tauchte. "Mein Vater ließ mir immer die Freiheit der Entscheidung, ich stand nie in seinem Schatten, brauchte ihn nie zu bekämpfen", sagt Piccard über seine Berufung. Dennoch hat er rückblickend sehr unter den Erwartungen gelitten, die Tradition der Familie fortzusetzen.Für Rückfragen stehen Ihnen Elke Bunse oder Iljane Weiß, ZEIT-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, (Tel. 040/3280-217, Fax: 040/3280-558, e-mail: bunse@zeit.de bzw. weiß@zeit.de) gern zur Verfügung.