Rita Süßmuth zeigt sich besorgt über deutsch-polnische VerstimmungDie ehemalige Präsidentin des Deutschen Bundestags, Rita Süßmuth, CDU, zeigt sich besorgt über die deutsch-polnischen Verstimmungen. Gemeinsam mit der Stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Angelica Schwall-Düren, schreibt sie in der ZEIT: "Wir sind besorgt. Die deutschpolnischen Beziehungen galten lange als europäisches Erfolgsmodell. Umso irritierender ist es, dass heute dunkle Schatten sie trüben." Diese Beziehungen seien zu wichtig, "als dass wir uns eine Konfliktgemeinschaft leisten könnten". Süßmuth plädiert für eine "strategische Partnerschaft" zwischen Deutschen und Polen und regelmäßige gemeinsame Sitzungen von Parlamentsausschüssen. "Auch in den Gesellschaften muss das Bewusstsein um die Bedeutung der deutsch-polnischen Partnerschaft stärker verankert werden." Neues Hochschul-Ranking:
Baden-Württemberg hängt alle anderen Bundesländer ab
Ein neuer Bundesländervergleich des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) zeigt, dass die Universitäten Baden-Württembergs am besten abschneiden. Wie die ZEIT berichtet, haben Baden-Württembergs Hochschulen nicht nur den besten Ruf, sie sind auch besonders stark in der Forschung und liegen bei der Zufriedenheit der Studenten vorn. Nur bei der Studiendauer hinkt das Land hinterher. "Dass Baden-Württemberg so gut abschneidet, liegt nicht nur daran, dass das Land viel Geld in die Universitäten gesteckt hat", sagt CHE-Leiter Detlef Müller-Böling, "sondern auch daran, dass es frühzeitig eine Hochschulreform eingeleitet hat." Auf den Plätzen zwei und drei folgen im Ranking Bayern und Mecklenburg- Vorpommern. Den letzten Platz belegt Hamburg. (Die Daten des Ländervergleichs beruhen auf dem CHE-Hochschul-Ranking, das vom kommenden Jahr an in der ZEIT erscheinen wird. ) Schriftstellerin Irene Dische über Wahl-Schikanen in Nevada Die amerikanische Schriftstellerin Irene Dische beschreibt in der ZEIT ihre Schwierigkeiten, im US-Staat Nevada ihre Stimme bei der Präsidentschaftswahl abzugeben. Nachdem sie von der Teilnahme an der Wahl ausgeschlossen wurde – angeblich, weil ihr Führerschein abgelaufen war - führte erst ihre Drohung "eine ganze Truppe knallharter Ostküstenanwälte kommen zu lassen" und einen entsprechenden Zeitungsartikel zu veröffentlichen dazu, dass die örtliche republikanische Wahlleiterin in Eureka County ihr die nötigen Papiere ausstellte. Irene Dische hofft nun, dass ihre "Stimme es bis in die Endauszählung geschafft hat. Bei einem knappen Ergebnis in Nevada kann ich den Vorgang nachprüfen lassen: Mein Stimmzettel hat die Nummer 0242." Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn fordert "Hartz V" "Nach Hartz IV muss Hartz V kommen", fordert der Präsident des ifo Instituts in München, Hans-Werner Sinn, in der ZEIT. Die Reform, "so mutig sie ist", habe Mängel. Das größte Problem seien die Zuverdienstregeln für die künftigen Bezieher des neuen Arbeitslosengeldes II. "Es lohnt sich für sie kaum, Jobs anzunehmen", warnt der Volks-wirtschaftsprofessor. Arbeitslosen, die zumindest einen Nebenjob annehmen wollten, würde im Gegenzug so viel von den Hilfsleistungen gestrichen, dass sie in vielen Fällen nicht mehr als 9 bis 15 Cent von jedem zusätzlich verdienten Euro behalten könnten. Besser als die neuen Regeln der Hartz-IV-Reform sei das vom ifo Institut schon vor Jahren ausgearbeitete Modell der "Aktivierenden Sozialhilfe". Zu einer notwendigen Neugestaltung der Hartz-Reform schreibt der Instituts-Chef: "Gegen die Verwendung des Namens Hartz V bestehen aber keine Einwände, zumal schon Hartz IV mehr mit dem ifo-Modell als mit den Empfehlungen der Hartz-Kommission zu tun hat." Thomas Mirow fordert entschlossenere Umsetzung der Lissabon-ZieleDer deutsche Vertreter in der europäischen Kok-Kommission, Thomas Mirow, fordert die nationalen Regierungen der EU zur entschlosseneren Umsetzung der Lissabon-Ziele auf. "Die künftige Kommission, der Europäische Rat und die Regierungen der Mitgliedstaaten sollten sich jetzt klar zu Lissabon bekennen und Wachstum und Beschäftigung in den Mittelpunkt ihres Handelns rücken", schreibt Mirow in der ZEIT. Auf dem Gipfel von Lissabon vor vier Jahren hatten die Regierungschefs der EU beschlossen, Europas Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Eine Kommission um den ehemaligen niederländischen Premier Wim Kok zieht auf dem EU-Herbstgipfel diese Woche Zwischenbilanz. Wenn es nicht gelinge, "Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit deutlich zu steigern, werden sich die Europäer ihr Gesellschaftsmodell, in dem die Bürger abgesichert werden gegen fundamentale Risiken von Arbeitslosigkeit, Krankheit und Alter, das jungen Menschen einigermaßen gleiche Bildungschancen einräumt und das sich auf eine soziale Marktwirtschaft stützt, schlicht nicht mehr leisten können", schreibt Mirow. "Die grundlegende Ratio von Lissabon" sei "gültiger denn je", so Mirow. "Keine europäische Nation kann auf sich allein gestellt im weltweiten Wettbewerb erfolgreich agieren. Jeder Schritt eines EU-Mitgliedstaates zu mehr Wachstum und Wettbewerbsstärke gewinnt an Durchschlagskraft, wenn er mit anderen Mitgliedstaaten abgestimmt ist."Sidonie von Krosigk will Kaiserin Sisi spielenDie 14-jährige Darstellerin der Film-Hexe Bibi Blocksberg, Sidonie von Krosigk, träumt in der ZEIT davon, später einmal Kaiserin Sisi oder Désirée, die Geliebte Napoleons, zu spielen. Gerne würde sich Sidonie von Krosigk eine "bibi-mäßige Welt zusammenhexen". Sie würde sich gern teilen "in die eine, die spielt, und die andere, die in der Klasse sitzt. Wenn alles vorbei ist, würden die zwei sich vereinigen, und es gäbe nicht diese Lücke oder Gründe für Neid und die Bedrohung von Freundschaften." Die junge Schauspielerin: "Wenn es möglich wäre, ein ganz normales Leben zu haben und immer schauspielern zu können, das wäre herrlich ... Wunderbar wäre, wenn ich wie Bibi Blocksberg hexen könnte. Wenn in der U-Bahn wieder einer auf mich zukommt, würde ich mich in ein ganz anderes Mädchen verhexen und wieder ich sein, wenn der Autogrammjäger ausgestiegen ist." (Sidonie von Krosigk ist derzeit in dem Film "Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauenEule" zu sehen.) Reisen nach dem Mauerfall Autor Maaz:
Ich habe mich regelrecht überfressen an Reisen
Am 9. November 1989 wird im DDR-Fernsehen die Reisefreiheit verkündet. Leander Haussmann, Sahra Wagenknecht und Hans-Joachim Maaz erzählen in der ZEIT, wohin es sie damals gezogen hat. "Entgegen dem Wunschdenken der Westdeutschen galt nicht dem zweiten Deutschland unsere Sehnsucht, sondern dem American Way of Life ", sagt Haussmann. "Trotzdem ist es mir nie gelungen, meine Idealvorstellung vom Reisen auszuleben: lang und ausgedehnt, nach China, Tokyo, am Rande der Metropolen und am liebsten im Schritttempo." Bis heute trägt der Theater- und Filmregisseur Haussmann ("Sonnenallee", "Herr Lehmann") den "regierenden Trotteln in der DDR" nach, dass sie ihn um die Chance gebracht haben, "Paris als junger Mensch zu erleben". Die PDS-Politikerin Sahra Wagenknecht dagegen fühlte sich in der DDR nicht eingesperrt, auch weil sie hoffte, dass die Reisefreiheit irgendwann schon kommen werde: "Für die Stabilität der DDR wäre es sicher besser gewesen, wenn die Leute sich die Welt hätten angucken und vergleichen können. Ein USA-Besuch wäre für manchen DDR-Bürger sogar ganz heilsam und ernüchternd gewesen." New York und L.A. fand sie dann "erschlagend und furchtbar kalt. Man hat das Gefühl, einer misstraut dem anderen". Für viele Ostdeutsche sei es heute so, "dass sie zwar die Freiheit haben, zu reisen, aber nicht das Geld. In der Auswirkung ist das für die Betroffenen faktisch das Gleiche." Auf fast pathologische Weise ist der Autor Hans-Joachim Maaz nach dem Mauerfall gereist: "Innerhalb von 14 Tagen besuchte ich fünf oder sechs Länder. Ich habe mich regelrecht überfressen an Reisen." Und noch immer hat er zu seinem Reisepass ein besonderes Verhältnis: "Anfangs wollte ich die Grenzenlosigkeit Europas kaum akzeptieren. Ich wollte meinen Pass zeigen dürfen. Und ich wollte das Gefühl haben: Ich habe die Erlaubnis, die Grenze zu überschreiten!" Für Rückfragen stehen Ihnen Elke Bunse oder Iljane Weiß, ZEIT-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, (Tel.: 040/3280-217, Fax: 040/3280-558, e-mail: bunse@zeit.de bzw. weiss@zeit.de) gern zur Verfügung.