Wissenschaftsratsvorsitzender Einhäupl fordert deutsche EliteuniversitätenDer Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Karl Max Einhäupl, hat sich für Eliteuniversitäten in Deutschland ausgesprochen. "Wenn einzelne Universitäten in Deutschland Weltruhm erlangen, werden alle davon profitieren", schreibt er in der ZEIT. Kritik am Wettbewerb der Hochschulen weist der hauptberufliche Universitäts-Neurologe aus Berlin zurück: "Deutschland braucht Spitzenuniversitäten und mehr Spitzenforschung an Universitäten. Das erfordert eine Kumulation von erstklassigen Köpfen in einer Einrichtung. Sofern diese nur für ihre Leistung ausgezeichnet werden, kann man getrost von Elite sprechen."Einhäupl schreibt weiter: "Elite bedeutet Auswahl, aber nicht Ausgrenzung." Ein Wettbewerb der Hochschulen brauche klare wissenschaftliche Kriterien und Differenzierungen. "Schließlich wäre es widersinnig, eine kleine spezialisierte Fachhochschule gegen eine große Volluniversität antreten zu lassen. So wie es im Boxen verschiedene Gewichtsklassen gibt, sollte es auch im innerdeutschen Messen der Hochschulen verschiedene Leistungsklassen geben."Allerdings müsse auch weiter für eine gute Breitenausbildung gesorgt werden, die die Grundlage für Spitzenleistungen lege. Beide seien nötig und dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden. Einhäupl: "Ungeachtet der Mittel, die in einen solchen Wettbewerb fließen, muss insgesamt mehr Geld in deutsche Hochschulen investiert werden. Sparsamen Finanzministern sei ins Stammbuch geschrieben: Wer glaubt, Bildung sei teuer, der möge es mit Dummheit versuchen."Heiner Geißler rechnet mit dem Kapitalismus in Deutschland abDer frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler hat in der ZEIT in scharfer Form die Auswirkungen von Globalisierung und Marktwirtschaft kritisiert: "Die Arbeiter in den Industriestaaten und ihre Gewerkschaften, die angesichts der Massenarbeitslosigkeit mit dem Rücken an der Wand stehen, fühlen sich anonymen Mächten ausgeliefert, die von Menschen beherrscht werden, deren Gier nach Geld ihre Hirne zerfrisst. Die Menschen leben und arbeiten in einer globalisierten Ökonomie, die eine Welt der Anarchie ist – ohne Regeln, ohne Gesetze, ohne soziale Übereinkünfte, eine Welt, in der Unternehmen, Großbanken und der ganze ‚private Sektor’ unreguliert agieren können."Die Menschen, schreibt Geißler, würden Wut und Abscheu empfinden gegenüber "den politischen, ökonomischen und wissenschaftlichen Eliten, die ähnlich den Verantwortlichen in der Zeit des Übergangs vom Feudalismus in die Industriegesellschaft offensichtlich unfähig sind, die unausweichliche Globalisierung der Ökonomie human zu gestalten."Auch den großen Volksparteien wirft Geißler Versagen vor. So sähen sich die Wähler mit einer "Großen Koalition" konfrontiert, die "offensichtlich die Republik mit einem Metzgerladen verwechselt, in dem so tief ins soziale Fleisch geschnitten wird, dass das Blut nur so spritzt, anstatt durch Bürgerversicherung und Steuerfinanzierung die Löhne endlich von den Lohnnebenkosten zu befreien. Nur Dummköpfe und Besserwisser können den Menschen weismachen wollen, man könne auf die Dauer Solidarität und Partnerschaft in einer Gesellschaft aufs Spiel setzen, ohne dafür irgendwann einen politischen Preis bezahlen zu müssen."Eichel will Haushaltslücke durch weitere Privatisierungserlöse stopfenBundesfinanzminister Hans Eichel plant nach dem gescheiterten Versuch, den Tag der Deutschen Einheit vom 3. Oktober auf den ersten Oktobersonntag zu verlegen, keine zusätzlichen Kürzungen als Ersatz. Mit der SPD-Fraktion und dem grünen Koalitionspartner verständigte sich Eichel am Dienstag darauf, die entstandene Haushaltslücke durch Privatisierungserlöse auszugleichen.Anne-Sophie Mutter möchte ein Konzert auf dem Mond gebenDie Geigerin Anne-Sophie Mutter, 41, würde gerne zum Mond fliegen und dort das erste Konzert spielen. "Bachs Solosonaten. Kraterlandschaft. Kein Publikum. Riesige Satellitenschüsseln übertragen meine Musik ins Universum und locken Lebewesen an, von denen wir heute noch nichts wissen. Wenn Kunst allumspannend ist, ist ihr die Erde nicht genug", sagt sie der ZEIT. Die preisgekrönte Musikerin träumt davon, schneller als die Vergänglichkeit des Lebens zu sein. "Ich möchte niemals stehen bleiben in meiner Kreativität und meinem Mut zu Neuem. Stagnation wäre das Ende ... Wer stehen bleibt, wird zu einer Schnecke und irgendwann überholt. Unstillbare Neugier heißt der Virus, den ich in mir trage." Herbert von Karajan mit seinem Verlangen, sich Neuem zu öffnen, war ihr Vorbild, "weil ich mich mit ihm kreativ auseinander setzen konnte". Anne-Sophie Mutter: "Er weckte Sehnsüchte in mir, die der Schlüssel zu meinen Träumen sind."Anna Amalia Bibliothek: Auch Nazi-Nachlass verbrannt Zu den Totalverlusten nach dem Brand in der weltberühmten Weimarer Bibliothek gehört auch der Nachlass des Nazi-Schriftstellers Adolf Bartels. Das hat die Leitung der Bibliothek jetzt bestätigt. Die ZEIT berichtet, warum dieser Nachlass, der seit 1945 auf dem Dachboden der Anna Amalia Bibliothek lagerte, bis heute ein Tabu ist. Der Romancier und Literaturgelehrte Adolf Bartels (1862 bis 1945), der lange in Weimar lebte, gehört zu den wichtigsten Propheten des NS-Regimes und Wegbereitern des Holocaust. Schon in der Kaiserzeit ein glühender Antisemit, waren selbst prominente Zeitgenossen wie Heinrich und Thomas Mann, Kurt Tucholsky und viele andere vor seiner "Judenriecherei" nicht sicher. Gegen Ende der zwanziger Jahre machte Bartels die Stadt Weimar zu einem Zentrum der Nazi-Bewegung.Volkhard Knigge, der Leiter der KZ-Gedenkstätte Buchenwald, fordert in der ZEIT, dass dieses Kapitel der Stadtgeschichte nicht länger unterschlagen werden darf – auch Bartels gehört, leider, zum "Weltkulturerbe Weimar".Familie Feuerstein spielte mit Bärenknochen Steinzeitmenschen haben ihre Kleidung ordentlich aufgehängt, die Kinder mit Bärenknochen spielen lassen und in ihrer Wohnhöhle mit brennenden Fettklumpen für Licht gesorgt. Nach einem Bericht der ZEIT ist dem Archäologen Andreas Pastoors vom Neanderthal Museum in Mettmann die bislang genaueste Rekonstruktion des steinzeitlichen Familienalltags vor 13.700 Jahren gelungen. In der südfranzösischen Höhle Tuc d’Audoubert am Nordrand der Pyrenäen verraten die Spuren exakt, wie Familie Feuerstein ihre Räume nutzte, wo die Schlachterei, das Wohnzimmer, die Nähecke und der Toberaum der Kinder lagen. Weder auf eine Garderobe noch auf einen Malraum mussten die damaligen Hausherren verzichten. Die Karsthöhle unterscheidet sich von anderen Behausungen dadurch, dass nach der Entdeckung im Jahr 1912 nichts zerstört oder zertrampelt wurde, wie es in vielen anderen Höhlen aus der Steinzeit geschah. In der 800 Meter tiefen Grotte hat die künstlerisch begabte Familie, die vor 13 700 Jahren hier lebte, unter anderem die besterhaltene Lehmskulptur des Paläolithikums hinterlassen. Werkzeuge, Knochenreste und Spielzeuge der Kinder sind so liegen geblieben, als hätten die Steinzeitler die Höhle eben erst verlassen. Nicht einmal die Fingerabdrücke im heute noch feuchten Lehm sind seit dem Auszug der Bewohner verwischt worden. 2raumwohnung"-Sängerin Inga Humpe:
"Ich bin höllisch eifersüchtig"
Die Popsängerin Inga Humpe von der erfolgreichen Band 2raumwohnung spricht in der ZEIT über Sex und Drogen. "Ich verliebe mich sehr schnell, schneller als früher", sagt Humpe, die mit ihrem musikalischen Partner Tommi Eckart zusammen lebt. "Ich könnte mich in einen Briefkasten verlieben, wenn der gerade gut aussieht. Ich mag dieses Gefühl. Mein Sexleben war mit 20 zwar vielfältiger, aber nicht so schön wie heute. Obwohl ich auch diesbezüglich gerade erneut in einer pubertären Phase bin." Die Sängerin gesteht jedoch: "Ich bin höllisch eifersüchtig, aber ich versuche, damit klarzukommen. Alles andere ist nach meiner Erfahrung Lüge: Man schwört sich ewige Treue und betrügt sich. Das will ich nicht mehr."Über ihr Verhältnis zu Drogen sagt die Sängerin: "Ecstasy hat mein Leben verändert. Ich habe meine erste Ecstasy-Tablette von einem Produzenten in London bekommen. Ich hab das genommen, und ich bin in diese Musik eingetaucht und hatte ein wirkliches Erlebnis, nicht nur mit der Musik, sondern auch mit den Leuten. Das war für mich ein Schlüsselerlebnis, weil ich auf einmal wusste, ich muss sofort aufhören mit diesen depressiven und traurigen Verzweiflungsakten ... Heute kann ich das gar nicht mehr nehmen. Das hat nur am Anfang funktioniert."Für Rückfragen stehen Ihnen Elke Bunse oder Iljane Weiß, ZEIT-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, (Tel. 040/3280-217, Fax: 040/3280-558, e-mail: bunse@zeit.de bzw. weiß@zeit.de) gern zur Verfügung.