Der Anschlag ereignet sich nach Polizeiangaben im Osten der afghanischen Hauptstadt Kabul auf der Straße in Richtung des internationalen Flughafens. Ein Sprecher der Nato-geführten Isaf sagte, das Selbstmordattentat sei gegen einen Konvoi der internationalen Truppen gerichtet gewesen. Sechs italienische Soldaten kamen ums Leben, wie das Verteidigungsministerium in Rom am Donnerstag mitteilte. Vier weitere wurden verwundet. Kurz vor der Explosion hatte der afghanische Staatschef Hamid Karsai eine Pressekonferenz im nahegelegenen Präsidentenpalast gegeben.

Auf der Straße war kurz nach dem Anschlag die Leiche von mindestens einem Nato-Soldaten zu sehen, die vor einem gepanzerten Fahrzeug lag. Die Karosserie eines explodierten Autos wurde durch die Luft geschleudert und schlug mehrere Meter weit entfernt auf. Afghanische Soldaten trugen verletzte Zivilisten zu Krankenwagen. "Ich ging gerade einkaufen, als ich eine ohrenbetäubende Explosion hörte", sagte der Zeuge Schah Mohammed. "Ich sah einige Tote und Verletzte, die herumlagen."

Es sind die bislang schwersten Verluste der italienischen Streitkräfte in Afghanistan. Seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes kamen damit insgesamt 21 italienische Soldaten ums Leben. Gegenwärtig sind etwa 2800 Italiener im Westen des Landes sowie in Kabul stationiert.

Bei dem Selbstmordanschlag kamen nach afghanischen Angaben mindestens zehn Zivilisten um. Mehr als 50 Menschen wurden verletzt in Krankenhäuser gebracht.

Die radikal-islamischen Taliban bekannten sich zu der Tat. Deren Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte, ein aus Kabul stammender Kämpfer der Aufständischen habe einen Isaf-Konvoi angegriffen. Bei der Explosion seien 13 italienische Soldaten ums Leben gekommen. Angaben der Taliban gelten jedoch als übertrieben und haben sich oft als gänzlich falsch herausgestellt.

Die Taliban haben zahlreiche Anschläge in Afghanistan verübt. Erst vor einer Woche waren bei einem Selbstmordanschlag der Taliban vor dem militärischen Teil des Flughafens in Kabul zwei Zivilisten getötet worden.