Nach Informationen der ZEIT aus Kreisen der G 20 wird es in den nächsten sechs Monaten einen weiteren Gipfel geben, der soll in Südkorea stattfinden. Die Umsetzung der in Pittsburgh vereinbarten Finanzmarktreform soll dann überprüft werden. Zudem sollen die G-20-Vertreter auch andere Themen wie den Klimawandel besprechen. 

Wie es in den Kreisen hieß, kommen die G 20 bei der Umsetzung der geplanten Reformen gut voran. In vielen Punkten sei man sich einig. Das gelte unter anderem für das Vorhaben, die Banken zu zwingen, künftig mehr Eigenkapital zu bilden. Besonders strenge Regeln sollen dabei für Großbanken gelten, die zusätzliches Kapital vorhalten müssen.

Strittig sei hingegen noch, inwieweit die Vergütung der Banker geregelt werden soll. Großbritannien und die USA sperren sich gegen eine weitgehende Regulierung, wie sie Deutschland und Frankreich vorschwebt.

Auf einem Vorbereitungstreffen für den Gipfel in Pittsburgh vergangene Woche in London hatte sich nur ein Kompromiss abgezeichnet: Einig war man sich darüber, dass die Unternehmen große Teile variabler Vergütungen zeitlich strecken und bei schlecht laufenden Geschäften ganz streichen.

Auf eine Obergrenze für die Zusatz-Vergütungen konnten sich die Teilnehmer dort jedoch nicht einigen. Als Kompromiss sollte das internationale Expertengremium "Financial Stability Board" solche Limits und die gesamte Frage weiter prüfen.

Von Straßburg aus erhöhte EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Joaquin Almunia den Druck in der Sache und verlangte eine klare Botschaft von den EU-Mitgliedsländern. "Niemand soll mehr denken können, dass man mit den Praktiken der Vergangenheit weitermachen kann, weil die schlimmste Krise überwunden scheint", sagte Almunia.

Die EU-Mitglieder seien sich in diesen Fragen zwar völlig einig. Allerdings müssten die politischen Führer nun den deutlichen Willen zeigen, die vorgeschlagenen Regelungen auch umzusetzen.

Neue Meinungsverschiedenheiten zeichnen sich in der Frage der diskutierten Finanzmarktsteuer ab. Die schwedische EU-Ratspräsidentschaft sieht derzeit keine Voraussetzungen, eine solche weltweite Steuer einzuführen. Das würde "eher kontraproduktiv sein und der Wirtschaft nicht helfen", sagte die schwedische Europaministerin Cecilia Malmström in einer Debatte des Europaparlaments.

Der österreichische Finanzminister Josef Pröll hatte bei einem Treffen Anfang September in Brüssel eine Steuer auf Finanztransaktionen gefordert – auch zur Budgetsanierung der Staaten. In Deutschland plädiert die SPD dafür – allerdings nur, wenn sie weltweit eingeführt würde, um Abwanderung von Unternehmen zu verhindern.

Die Steuer soll Banken, Versicherungen und Investmentfonds an den Kosten der Wirtschaftskrise beteiligen und an Spekulationen hindern.