Vor den Feiern zum 60. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik sind nach Angaben von Menschenrechtsgruppen mehr als zwei Dutzend Aktivisten in China unter Hausarrest gestellt, in Gästehäusern untergebracht worden oder gar verschwunden. Auch die ohnehin schon strikten Sperren im Internet und die Kontrolle von Informationen seien weiter verschärft worden.

Im Ausland lebende Vertreter ethnischer Minderheiten wie Tibeter und Uiguren beklagten kulturelle und politische Unterdrückung ihrer Volksgruppen. Angesichts der großen Militärparade und einzigartigen Propagandaschau am Donnerstag in Peking stellte die in den USA ansässige Organisation "Human Rights in China" (HRiC) in einer Mitteilung fest: "Das Machtspektakel kann tiefe Unsicherheit nicht verbergen."
 

Eine Koalition von chinesischen, tibetischen und uigurischen Aktivisten in Großbritannien verurteilte die "tyrannische Herrschaft der Kommunistischen Partei". In den 60 Jahren habe das chinesische Regime "unentschuldbare Verbrechen gegen die Menschlichkeit" begangen. "Zig Millionen Menschen sind durch politische Verfolgung und Machtmissbrauch ums Leben gekommen." Als nicht demokratisch gewählte Regierung habe Chinas Führung kein Recht, das Land in den Vereinten Nationen zu vertreten.

Ihre autokratische Haltung könnte mit dem wachsenden Einfluss Chinas in der Welt eine Gefahr für die Freiheit und das Wohlergehen der Menschheit darstellen, wenn sie nicht in ihre Schranken gewiesen werde. Die Weltgemeinschaft müsse sich für die Unterdrückten in China einsetzen, forderte die Koalition in einer Mitteilung aus London.